Altenburg, 18.11.2017 13:16 Uhr

Regionales

Aufbau-Frauen verlieren brisantes Spitzenduell

Eine bittere Niederlage mit nur einem Tor, der Verlust der Spitzenposition in der Thüringenliga und dutzende Szenen, die für Aufregung sorgten – dieses Spiel in Saalfeld werden die Handball-Frauen des SV Aufbau Altenburg so schnell wohl nicht vergessen. Mit 27:26 verlor die Mannschaft von Trainerduo Bärbig/Rohr unglücklich beim neuen Tabellenführer, ärgert sich aber nicht nur darüber auch Tage danach noch.
Aber der Reihe nach: Es war die erwartete hitzige Partie zwischen Altenburg und Saalfeld, die bereits in den Anfangsminuten auf Messers Schneide ausgetragen wurde. Ein stetiges Bäumchen-wechsel-dich in der Führungsarbeit zeugte allerdings nicht von zwei besonders gut aufgelegten Mannschaftsleistungen, sondern eher von der gegenseitigen Ausnutzung technischer Fehler. So entstand frühzeitig ein ausgeglichenes Spiel, dass sich über die Stationen 2:2, 4:4 und 6:6 bis zum 8:8 wenig abwechslungsreich entwickelte. Durch zwei Toren von Jenniffer Vogel und Claudia Voigt konnte sich die Aufbau-Sieben, die erneut dezimiert antreten musste, dann erstmals auf zwei Tore absetzen. Bereits beim 11:11 vier Minuten später, war jedoch diese Führung wieder dahin. Das lag allen voran an der mangelnden Chancenverwertung der Skatstädterinnen, die reihenweise freie Bälle ungenutzt ließen. Dass das Team trotz der frühzeitigen Disqualifikation von Yvonne Dietrich (27.Minute) und der kurz darauffolgenden Zwei-Minuten-Strafe für Denise Hoffmann noch mit einer 13:14-Führung in die Pause ging, bedarf gehörigen Respekt und verdeutlichte einmal mehr, welche Geschlossenheit die Mannschaft auf das Parkett bringt.
Was sich allerdings in der zweiten Halbzeit den Altenburgerinnen bot, entbehrte bei Cheftrainer Ronny Bärbig und seinem Team jegliches Verständnis. Während Aufbau reihenweise von den fragwürdig agierenden Schiedsrichtern aus Krölpa (liegt wohlbemerkt rund 14 Kilometer von Saalfeld entfernt) auf die Bank verwiesen wurde, erhielten die Gastgeberinnen – die ebenfalls nicht mit Samthandschuhen agierten – im gesamten Spiel lediglich zwei Zeitstrafen und damit reihenweise die Chance, in Überzahl zu agieren. Dass sie die bietenden Räume nicht schon frühzeitig für sich nutzten und in eine hohe Führung umwandelten, war einerseits einer guten Stefanie Nater im Altenburger Tor und andererseits einer aufopferungsvoll kämpfenden Aufbau-Equipe zu verdanken. Trotz eines zwischenzeitlichen 22:19-Vorsprungs der Saalfelderinnen, deren Publikum auf unterstem Niveau skandierte, kämpfte sich das Team angetrieben von Claudia Voigt und Franziska Bärbig zurück in die Partie und glich durch Youngster Jenniffer Vogel beim 24:24 wieder aus.
Während Aufbau die eigene Führung nicht mehr vergönnt blieb, gipfelte die Leistung der Unparteiischen nun in einer Farce. Franziska Bärbig erhielt eine Zwei-Minuten-Strafe und nahm folgerichtig auf der Bank Platz.  Doch der Zettel, den sie für ihren Wiedereintritt vom Kampfgericht erhielt, stimmte nicht mit der vermerkten Zeit auf dem Protokoll überein. Entsprechend zu früh - zumindest mit Blick auf das Protokoll, nicht aber mit Blick auf den Zettel -  betrat Bärbig das Feld und erhielt dafür die erneute Zwei-Minuten-Strafe. Von der unsportlichen Verhaltensweise des Kampfgerichts und dem fehlenden Fingerspitzengefühl der Schiedsrichter aufgebracht, echauffierte sich Trainer Bärbig lautstark und musste damit ebenfalls die Disqualifikation in Kauf nehmen.
In der Folge schaffte Aufbau zwar noch zwei Mal den Ausgleich, musste in den letzten 30 Sekunden der aufreibenden Partie aber doch noch den Siegtreffer der Gastgeber hinnehmen. Mit entsprechend langen Mienen verließen die Aufbau-Frauen die Halle und schauen nun von Platz 2 auf die Tabelle. Da bereits drei Mannschaft weniger Minuspunkte haben, könnte auch ein angestrebter Medaillenrang nun in die Ferne rutschen. Doch für diese Prognose ist es bei acht verbleibenden Partien vielleicht auch noch etwas früh. Bärbig wollte seiner Mannschaft indes keinen Vorwurf machen: „Die Mädels haben gegen alle Widerstände gekämpft und am Ende unglücklich verloren“, fasste es der sichtlich enttäuschte Coach zusammen.
Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten des brisanten Spiels haben die Aufbau-Frauen indes kaum. Gleich an diesem Samstag steht der nächste Kracher ins Haus, wenn mit dem HBV Jena der derzeitige Tabellendritte in die Skatstadt reist. Und da haben die Altenburgerinnen noch eine Rechnung offen, verlor man das Hinspiel doch knapp mit 28:26.
Aufbau spielte mit: Nater, Dietrich (1 Tor), Winkler (3/3), Voigt (9/2), Mahnstein (1), Pörsel, Ebersbach (2), Vogel (2), Hoffmann (2) und Bärbig (6)

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