Die jüngsten Äußerungen von Peter Müller zeigen sehr deutlich, dass es ihm nicht um die Lösung der schwierigen Finanzierungsprobleme des Theaters geht. Es geht ihm einzig darum, sich auf Kosten des Theaters zu profilieren. Die fachlichen Inhalte der Theaterfinanzierung sind ihm dabei fremd. Ein Lösungsansatz weit gefehlt. Herr Müller gefährdet wider besseres Wissens die Verhandlungen um einen Haustarifvertrag, weil er der Öffentlichkeit suggeriert, dass die Finanzierungslücke mit den Ursachen der jüngsten Liquiditätsprobleme des Theaters zu tun hat. Hier irrt Herr Müller gewaltig.
Das Theater wurde durch das engagierte Eingreifen von Freistaat, Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat wieder auf Kurs gebracht. Allen Verantwortungsträgern war klar, dass zukünftig ein sehr eingegrenzter Spielplan umgesetzt werden muss, um den Konsolidierungskurs nicht zu gefährden.
Was jedoch die Finanzierung 2013 bis 2016 betrifft, so hat die finanzielle Unterdeckung von ca. 2,1 Millionen Euro nichts mit den Ursachen für die überwundenen Finanzschwierigkeiten zu tun. Es war im Übrigen politischer Wille, welcher durch eine mehrjährige gemeinsame Finanzplanung beschlossen wurde, dass mit Abschluss des gegenwärtigen Haustarifvertrages die finanziellen Reserven aufgebraucht werden würden. Alle anderen Wege hätten schon beginnend im Jahr 2008 zu größeren Kündigungen, mit der Gefährdung des produzierenden Fünfspartentheaters, geführt.
Wenn sich Herr Müller die Mühe machen würde diese Pläne, welche auch von ihm selbst so beschlossen wurden, zu studieren, würde er nicht solche falschen Schlussfolgerungen ziehen.
Allerdings freue ich mich, dass Herr Müller der Ansicht des Altenburger Oberbürgermeisters Michael Wolf folgt und eine Erhöhung des Zuschusses der Gesellschafter unterstützt. Das Theater ist unterfinanziert. Dies ist der Grund für das Finanzloch von 2,1 Millionen Euro.
Ich rufe deshalb zur Besonnenheit und zur Unterstützung eines neuen Haustarifvertrages, unter den Konditionen des alten Haustarifvertrages, auf. Es muss uns gelingen das Schauspiel, als wichtigen Bestandteil des Bildungsauftrages unseres Theaters, zu erhalten. Für das Ziel, der Vermittlung von Werten für Jung und Alt, lohnt es sich über die Erhöhung des Zuschusses nachzudenken.
Gefragt sind nun die Arbeitnehmerverbände ob sie diesen Weg gewillt sind einzuschlagen. Alle Oberbürgermeisterkandidaten und Landratskandidaten sollten sich eindeutig zur Zukunft unseres Theaters positionieren und diesen Weg konstruktiv begleiten.