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Regionales

00:00 Uhr | 17.01.2011

Wie weiter mit unserem Theater?

Wie überall in der Stadt und dem Landkreis machen sich auch die Mitglieder der
LINKEN große Sorgen um den Fortbestand eines hochwertigen Theaterangebotes in
der Kreisstadt. Viele Mitglieder der Kreistagsfraktion der LINKEN nahmen daher die
gemeinsame Sitzung dreier Ausschüsse des Kreistages wahr, um sich aus erster
Hand durch Landrat Rydzewski, OB Wolf, Intendant Prof.Oldag und Frau Dr. Kasper,
vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, erstmalig und umfangreich im
Jahr 2011 informieren zu lassen.
Wir stellten nach der Beratung fest:
Fakt ist, dass durch das Land Thüringen mit den zugesagten zusätzlichen
Zuschüssen die drohende, von der Theaterleitung selbst verursachte und spät
erkannte drohende Insolvenz abgewandt wurde.
Jetzt müssen auch die drei Gesellschafter ihrer Nachschusspflicht in festgelegter
Höhe in 2011 und 2012 nachkommen. Für den Landkreis bedeuten dies 200 000
bzw. in Raten zweimal 100 000 €.
Die teilnehmenden Fraktionsmitglieder der LINKEN fordern den Landrat auf,
schnellstens einen Haushalt für 2011 vorzulegen und die genannten Mittel mehr für
die Theater-GmbH darin auszuweisen.
Das Gerede einer geordneten Insolvenz hat in der Öffentlichkeit dem Ansehen des
Theaters geschadet, hätte die sofortige Schließung des Theaters mit unabsehbaren
finanziellen Folgen bedeutet und das Land hätte sich an den Transformationskosten
(Abfindungen nach Tarifvertrag) nicht beteiligt. Natürlich ist ein Theater als
Kultureinrichtung immer ein Zuschussprojekt. Aber wahr ist auch, dass ca. 300
Arbeitsplätze dies nicht nur wert sind, sondern dass das Theater als so genannter
„weicher Standortfaktor“ unseren Landkreis genau wie alle anderen
Kultureinrichtungen auf dem Altenburger Schlossberg und im ganzen Landkreis ,
Pressemitteilung
Wie weiter mit unserem Theater?
attraktiv machen und für eine moderne und auch touristische Entwicklung unseres
Landkreises notwendig sind.
Die Theaterleitung und die Aufsichtsräte haben in den vergangenen Wochen
bewiesen, dass aus den Fehlern gelernt worden ist. Die technische und finanzielle
Leitung des Theaters in den Händen von Tobias Wolff hat es geschafft, aus eigener
Kraft große Sparpotentiale zu realisieren, die natürlich auch schmerzhaft waren und
sind. Die Qualität des Theaters hat darunter noch nicht gelitten, ist aber für die
Zukunft durch die Einsparungen und veränderten Spielpläne nicht auszuschließen.
Die Entscheidung des Aufsichtsrates Prof.Oldag nicht aus seiner Verantwortung zu
entlassen und seinen Vertrag bis zum Sommer des Jahres zu erfüllen ist
nachvollziehbar. Wer sollte sonst seine Fehler korrigieren und die Grundlage für den
Fortbestand des hochwertigsten Thüringer Fusionstheaters auch über 2012 hinaus
sichern?
Wir erwarten, dass das Land endlich die zukünftige Struktur sowie die Finanzhöhe für
die Spielzeit 2012/2013 vorgibt, damit ein Interimsintendant ab August diese neue
Spielzeit planen kann. Die Weichen für unser Theater ab 2013 müssen jetzt gestellt
werden. Wir wollen unsere Verantwortung als Kreisräte nicht abgeben und ernsthaft
die kulturpolitische Debatte über die Zukunft des Theaters führen. Wir brauchen das
Theater als Kultur- und Bildungseinrichtung. Für uns stellt sich die zentrale Frage:
Wie soll dieses Theater aussehen und wie finanzieren wir es gemeinsam mit den
anderen Partnern?

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