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10:50 Uhr | 07.04.2026

Artenschutz trifft Denkmalschutz: Gefiederter Zuwachs auf Burg Posterstein

Posterstein. Die Sanierung des historischen Turms der Burg Posterstein im vergangenen Jahr war nicht nur aus baulicher Sicht ein wichtiges Projekt – sie erweist sich nun auch als voller Erfolg für den Naturschutz. Wie aktuelle Beobachtungen zeigen, sind die tierischen Burgbewohner nach den Baumaßnahmen nicht nur zurückgekehrt, ihre Zahl ist sogar erfreulich gestiegen.

Um die ansässigen Vögel zu schützen, wurde das Bauprojekt von Anja Rohland von der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e. V. artenschutzfachlich begleitet. Ihr Hauptaugenmerk lag darauf, die zahlreichen Hohlräume und Löcher in der Turmfassade vor den Eingriffen der Handwerker zu bewahren. Diese Nischen dienen Dohlen und Mauerseglern als lebenswichtige Nist- und Brutplätze. Auch Fledermäuse nutzen solche Hohlräume gerne als Winterquartier, wenngleich die Fachgutachterin bei ihren Untersuchungen bislang noch keine dieser nachtaktiven Säugetiere entdecken konnte.

Erfreuliche Bestandsentwicklung bei den Vögeln Dass sich die Vorsichtsmaßnahmen gelohnt haben, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen. Konnte Anja Rohland in ihrer Dokumentation aus dem Jahr 2024 neben zahlreichen Mauerseglern lediglich ein einziges Dohlenpaar verzeichnen, gehen Experten mittlerweile von drei bis vier brütenden Paaren aus. Ein deutliches Zeichen, dass sich die Tiere in dem sanierten Gemäuer rundum wohlfühlen.

Besonders für die Mauersegler ist der Erhalt der Nistplätze von enormer Bedeutung. Die flinken Flieger, die als ehemalige Felsenbrüter gerne in Gebäudehohlräumen nisten, stehen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten, da ihr Bestand seit Jahren rückläufig ist.

Vogelschutz auch am neuen Nordflügel im Fokus Neben dem frisch sanierten Burgfried verändert sich das Gesicht der Burg Posterstein derzeit noch an einer anderen Stelle: Der neue Anbau schreitet voran. Nach der Grundsteinlegung für den Nordflügel Ende 2023 soll in diesem Jahr der Innenausbau weitergeführt werden. Ein markantes architektonisches Highlight des Anbaus ist eine nach Norden ausgerichtete Fensterfront, deren drei große Panoramafenster künftig einen weiten Blick über Posterstein bieten sollen.

Große Glasflächen bergen jedoch naturgemäß die Gefahr von Vogelschlag. Um dieses Risiko zu minimieren, fand kürzlich ein Vor-Ort-Termin statt. Daran nahmen Vertreter des Bauherren (Fachbereich Bildung und Infrastruktur), der unteren Naturschutzbehörde, Nora Thiess von der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach sowie die „Burgherren“ Klaus und Marlene Hofmann teil.

Die Familie Hofmann, die die neuen Fenster bereits seit einiger Zeit genau im Blick hat, konnte glücklicherweise noch keine Zusammenstöße feststellen. Gemeinsam mit der Vogelschutzwarte wurde nun ein offizielles Monitoring vereinbart. Sollte sich zeigen, dass die Vögel die Glasscheiben problemlos erkennen und umfliegen, bleibt die großzügige Verglasung in ihrer jetzigen Form erhalten. Sollte es wider Erwarten doch zu Kollisionen kommen, greift ein Plan B: Dann wird ein spezielles, erprobtes Muster auf die Fenster aufgebracht, das die unsichtbare Barriere für die Vögel deutlich sichtbar macht.

Auf Burg Posterstein gehen Denkmalschutz, moderne Architektur und gelebter Artenschutz somit weiterhin Hand in Hand.

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