18:11 Uhr | 24.03.2026
Wo vor wenigen Monaten noch gähnende Leere herrschte, wächst ein neues Herzstück für die Stadtgesellschaft heran. Die SPD-Fraktion machte sich vor Ort ein Bild – und sparte nicht mit Lob für die Initiative, die sich auch von politischen Rückschlägen nicht aufhalten ließ.
Schmölln. Manchmal entstehen die besten Ideen nicht durch formelle Beschlüsse, sondern durch Menschen, die einfach anfangen. Genau das zeigt sich derzeit eindrucksvoll in der Schmöllner Innenstadt: Aus einem leerstehenden Ladengeschäft ist mit dem „FreiRaum 22“ ein lebendiger Ort der Begegnung geworden. Am 23. März 2026 besuchte die SPD-Fraktion Schmölln das Projekt, um sich von der rasanten Entwicklung selbst zu überzeugen. Schnell wurde den Kommunalpolitikern klar: Hier ist weit mehr entstanden als ein gewöhnlicher Treffpunkt.
Ein Raum für alle – geschaffen mit viel Eigeninitiative
Mit viel Kreativität und unzähligen ehrenamtlichen Stunden haben engagierte Bürgerinnen und Bürger einen Raum geschaffen, der Menschen zusammenbringt. Wer den FreiRaum 22 heute betritt, findet eine Vortrags- und Präsentationsecke, eine gemütliche Gesprächslounge, eine Tauschbörse sowie Bereiche für Bewegung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Auch eine Bastelecke lädt zum kreativen Austausch ein. Wände wurden neu gestaltet, Räume umgebaut und die anfänglichen Visionen mit viel Liebe zum Detail verwirklicht.
Erfolg trotz anfänglichem Gegenwind
Besonders bemerkenswert an dem Projekt ist seine Entstehungsgeschichte. Im vergangenen November erlebte die Initiative einen herben Rückschlag, als das Vorhaben im Stadtrat keine Mehrheit für eine städtische Förderung fand. Doch anstatt aufzugeben, machten die Beteiligten erst recht weiter. Mit der Unterstützung des Vereins Initiative Straßenfest e.V., akquirierten Stiftungsgeldern und enormem persönlichen Einsatz konnte das Projekt kontinuierlich wachsen. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt: Inzwischen besteht ein unbefristeter Mietvertrag für die Räumlichkeiten – ein starkes Signal für die Zukunft einer aktiven Stadtgesellschaft.
„Projekte verdienen Rückenwind, nicht Gegenwind“
Für Kai-Uwe Lenz (SPD) ist diese Entwicklung zutiefst beeindruckend: „Es ist klasse zu sehen, wie hier etwas entsteht, das von so vielen Menschen getragen wird. Dieses Engagement verdient großen Respekt und nach der offiziellen Eröffnung vor allem viele Besucherinnen und Besucher.“
Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Jonas Kießhauer zeigte sich beim Vor-Ort-Termin begeistert und fand gleichzeitig kritische Worte für die vergangenen politischen Hürden: „Eure Arbeit hier ist ein starkes Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Menschen an eine Idee glauben und gemeinsam anpacken. Hier entsteht etwas, das unserer Stadt guttut.“ Der FreiRaum 22 zeige eindrucksvoll, dass gute Ideen nicht an fehlender politischer Unterstützung scheitern müssen. „Gleichzeitig sollte uns das zu denken geben: Solche Projekte verdienen eigentlich Rückenwind, nicht Gegenwind“, resümierte Kießhauer.
Blick in die Zukunft: Warten auf das Bauamt
Noch steht dem Team eine letzte Hürde bevor: Die notwendige Nutzungsänderung des Gebäudes wird derzeit beim Bauamt des Landratsamtes bearbeitet. Doch auch von bürokratischen Wartezeiten lassen sich die Engagierten nicht bremsen. Im Gegenteil: Die Planungen für ein vielfältiges Programm laufen bereits auf Hochtouren. Das erklärte Ziel bleibt es, einen offenen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen begegnen, austauschen und gemeinsam Zeit verbringen können.
Als Zeichen ihrer Anerkennung und zur persönlichen Unterstützung überreichten die SPD-Fraktionsmitglieder zum Abschluss ihres Besuchs einen Spendenscheck in Höhe von 150 Euro. Der FreiRaum 22 steht damit beispielhaft für das, was eine moderne Stadt lebendig macht: Menschen mit Ideen, Mut und dem unbedingten Willen, etwas zum Positiven zu verändern. Schmölln kann auf dieses Engagement stolz sein.
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