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14:37 Uhr | 02.08.2022

Hilfe für chronische Schmerzpatienten

Seit vielen Jahren ist Dr. Hendrik Baum als Leitender Oberarzt im Klinikum Altenburger Land tätig. Seine Spezialgebiete sind die Wirbelsäulenchirurgie und die Sportmedizin. Als Mannschaftsarzt der Crimmitschauer Eispiraten begleitet er die Eishockey-Spieler zu ihren Spielen und hilft vor Ort bei allen gesundheitlichen Problemen. Einige Spieler wurden bereits im Klinikum Altenburger Land operiert und therapiert.

 

In den letzten Jahren spezialisierte sich der erfahrene Arzt auch auf dem Gebiet der Rückenmarkstimulation. „Vielen Schmerzpatienten konnte ich damit ein Stück Lebensqualität zurückgeben“ zeigt er sich zufrieden. 

 „Die Anwendungsgebiete dieser Therapie sind vielfältig. Ich behandle Patienten mit verschiedensten Arten von chronischen Schmerzen“, berichtet Oberarzt Dr. Hendrik Baum. Als chronische Schmerzen werden dauerhafte und anhaltende Schmerzen definiert, die mehr als 12 Wochen anhalten. 

Das Prinzip der Rückenmarkstimulation beruht darauf, die Weiterleitung des Schmerzsignals im Rückenmark durch elektrische Impulse zu unterbrechen. Der Vorteil dabei ist, dass im Gegensatz zu Schmerzmittelpumpen kein Gewöhnungseffekt eintritt. Die Geräte sind zudem mit Hilfe eines Tablets einstellbar. Wenn sich der Schmerz verändert, kann man mit einer Veränderung der elektrischen Impulse darauf reagieren.

Der minimalinvasive Eingriff, das Gerät einzusetzen, ist sehr risikoarm und kommt ganz ohne eine Vollnarkose aus. Die erprobte Methode kann sogar zunächst für ungefähr ein bis zwei Wochen ausprobiert werden, bevor der Stimulator, der die elektrischen Impulse aussendet, implantiert wird. 

So erlebte es auch Hans-Ulrich Kedrowski, der das Gerät bereits vor zwei Jahren eingesetzt bekam. Zunächst konnte er eine Variante ausprobieren, in der er das Gerät außen am Körper bei sich trug. “Schon nach wenigen Tagen merkte ich ein Nachlassen der Schmerzen, bis sie ganz weg waren“ erzählt er heute zufrieden. Nur in letzter Zeit hatte die Wirkung des Stimulators nachgelassen. Wie sich herausstellte, waren die Batterien nahezu entladen.  Jetzt wurde ein neues Gerät eingesetzt, diesmal mit einem Akku, den man wieder aufladen kann. Nach dem Eingriff bei örtlicher Betäubung musste er zur Beobachtung eine Nacht im Klinikum verbleiben. „Ein unkomplizierter Eingriff, von dem ich nichts gemerkt habe“ erinnert er sich.

 

Oberarzt Dr. Baum erklärt, dass viele verschiedene Stimulatoren verfügbar sind: „Für meine Patienten wähle ich Geräte aus, die unterschiedliche Stimulationsformen erzeugen können, damit wir langfristig eine optimale Schmerzlinderung erreichen. Es ist mir wichtig, Patienten deutlich früher über diese Therapiemöglichkeit zu informieren. Damit kann ihnen eine lange Zeit des Leidens erspart werden. Die meisten Patienten können nach diesem kleinen Eingriff wieder aktiv am sozialen Leben teilnehmen und sich zum Beispiel wieder um ihre Kinder oder ihre Enkel kümmern und auch wieder ihrer Arbeit nachgehen.“:3

Die Kosten für diese Therapie übernehmen die Krankenkassen.0

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