14:51 Uhr | 05.12.2018
Altenburg, 5. Dezember 2018 - Die russische Schlaganfallgesellschaft wollte sich über die Schlaganfallmedizin in Deutschland informieren und dazu zwei Kliniken besuchen, davon eine in Berlin und eine im ländlichen Raum. „ Es ist eine große Ehre, dass die Deutsche Schlaganfallgesellschaft uns in Altenburg dafür vorgeschlagen hat“ freut sich Prof. Dr. Jörg Berrouschot, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin am Klinikum Altenburger Land.
Auf der Gästeliste standen die führenden Spezialisten vom “federal center of cerebrovascular pathology and stroke of MoH of RF”, vergleichbar einem „Bundeszentrum für Gehirnblutungen und Schlaganfall“, aus der 12-Millionen – Stadt Moskau: der stellvertretende Leiter, die Medizinische und die Pflege-Direktorin, die Leiterin der Intensivmedizin, die Leiterin der Neurologie, die Leiterin der Medizinischen Rehabilitation und weitere Fachkollegen.
„Deutschland verfügt weltweit über die beste Schlaganfallversorgung; und das vor allem in der Fläche, im gesamten Land und nicht nur in ausgewählten Zentren“ erklärt Prof. Berrouschot das spezielle Interesse der Delegation. In Deutschland wurden in den letzten 10 Jahren ca. 330 zertifizierte Schlaganfallstationen, sogenannte Stroke Units etabliert, denn in der Behandlung des Schlaganfalls geht es um Zeit. Umso wichtiger, dass jeder Patient sehr schnell nach Eintreten eines Schlaganfalls medizinische Behandlung bekommt. Geschäftsführerin Dr. Gundula Werner begrüßte die Gäste, indem sie in russischer Sprache das Altenburger Land, die Stadt selbst und das Klinikum mit seinen Fachrichtungen vorstellte.
Prof. Berrouschot erläuterte den Gästen die Schlaganfallbehandlung im Klinikum. Das Konzept, Schlaganfallpatienten von der Akutphase über stationäre Behandlung, Rehabilitation bis zur ambulanten Behandlung mit einem Team zu behandeln, ist einmalig in Thüringen, so Chefarzt Prof. Berrouschot: „Die Behandlung erfordert Spezialwissen. Der Patient muss im Heilungsprozess nicht laufend das Behandlungsteam wechseln. Damit wird Informationsverlust automatisch unterbunden.“
„Mit 90 Betten verfügen wir in Altenburg über eine ziemlich große neurologische Klinik“ erläutert der erfahrene Neurologe. Herzstück dabei ist die Stroke Unit, die in Altenburg auch als neurologische Intensivstation ausgerüstet ist.
Die neurologische Klinik in Altenburg ist neben dem Universitätsklinikum Jena das zweite telemedizinische Behandlungszentrum für Schlaganfallpatienten in Thüringen. Die Patienten werden in 5 internistischen Kliniken im Drei-Länder-Eck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt betreut. „Wir sehen jeden Schlaganfallpatienten dieser Kliniken in der Akutphase über die Telemedizin. In drei dieser Krankenhäuser führen wir täglich Visiten durch.“ umreißt Prof. Berrouschot den Umfang der Telemedizin. Er ist sich sicher, dass dieses Behandlungsmodell für ein Flächenland wie Russland die Zukunft in der Schlaganfallbehandlung werden könnte.
Nach dieser Einleitung luden Geschäftsführerin und Chefarzt die Gäste auf einen Rundgang.
In der Stroke Unit entstanden schnell Fachfragen u.a. über den Vorteil, eine Stroke Unit gleichzeitig als neurologische Intensivstation zu betreiben und über Leitlinien in der Behandlung.
Im Raum der Neuroradiologie wurden die Gäste von Dr. Albrecht Bormann, Chefarzt der Klinik für Radiologie, Interventions- und Neuroradiologie, erwartet. An Hand von CT-Aufnahmen stellte er an einem konkreten Beispiel den Behandlungsverlauf eines Patienten dar, der mit Lähmungen der linken Seite ins Klinikum gekommen war. Nach der Diagnose wurde eine Thrombektomie vorgenommen, ein interventioneller neuroradiologischer Eingriff, der nur in wenigen Kliniken Mitteldeutschlands rund um die Uhr durchgeführt werden kann. In die Leiste führt der Arzt einen Katheter ein, der bis in das Gehirn geschoben wird. Dort entfaltet sich ein Stent, mit dessen Hilfe man das Blutgerinnsel herauszieht. „Das ist Hightech, das kann nicht jeder!“ so Chefarzt Dr. Bormann „3 Radiologen und 1 Neurologin teilen sich die Dienste rund um die Uhr. Das ist eine medizinische Infrastruktur, die nicht selbstverständlich ist!“
Die Gäste waren beeindruckt und applaudierten dem Neuroradiologen für seinen Vortrag.
Die Rehabilitation vervollständigt das Behandlungskonzept. Davon überzeugten sich die Gäste beim Besuch der Klinik für Ambulante Rehabilitation im MEDICUM. Die Leitende Neurologin der Klinik, Gundula Tautenhahn, führte durch die Etage. Hier wie auch im gesamten Klinikum waren die Gäste beeindruckt von der Freundlichkeit der Mitarbeitenden, von der Sauberkeit und dem gepflegten Gesamteindruck.
In der Ambulanten Reha interessierte sie neben den verschiedenen Therapieräumen die Sporttherapie und die Arbeitstherapie besonders. Eine umfassende Begleitung durch Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten in der Schlaganfallbehandlung ist in Russland alles andere als selbstverständlich. Dieses neue Konzept umzusetzen, darum soll es in der angestrebten weiteren Zusammenarbeit gehen.
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