Altenburg, 01.05.2026 03:22 Uhr

Regionales

11:30 Uhr | 06.06.2016

Ohne Saller - kein Verlust

Großflächiger Einzelhandel gehört in die Zentren, nicht in Orte mit weniger als 2000 Einwohner. Das ist in ganz Deutschland und auch in Thüringen seit vielen Jahren raumordnerisch festgelegt. Nun macht das Ministerium, und hier muss man den Ministerialbeamten Respekt zollen, endlich ernst und setzt durch, was der Stadtrat bereits im Oktober 2015 einstimmig beschlossen hat und wozu die Gemeinde Windischleuba schon lange selbst verpflichtet gewesen wäre. Denn das Baugesetzbuch schreibt gleich in seinem 1. Paragrafen den Gemeinden vor, dass Bauleitpläne an die Ziele der Raumordnung anzupassen sind. Dies schließt auch die Änderung bestehender Bebauungspläne ein.
Windischleuba braucht zur Versorgung seiner Einwohner nicht das Projekt von Herrn Saller, erforderlich ist ein Lebensmittelnahversorger und der ist meist selbst in Wohngebieten zulässig. Darauf hat das vorliegende Zielanpassungsverlangen für das Gewerbegebiet keine Auswirkungen. Die Gemeinde sollte nun selbst aktiv werden und mit einem geeigneten, nah am
Ortskern gelegenen Grundstück auf Investorensuche für einen Nahversorger gehen. Der baldige Ansiedlungserfolg wäre den Einwohnern von Windischleuba sehr zu wünschen.
Die Stadt Altenburg braucht dem Projekt von Herrn Saller nicht hinterher zu trauern. Der sogenannte „gemeinsamen Kompromiss, mit dem alle leben können“ ist ebenso wie das „Einzelhandelszentrum mit Parkhaus zur Stärkung der Innenstadt“ ein Trugschluss.
Ehrlicherweise muss bei der ganzen Diskussion auch gesagt werden, dass am Topfmarkt lediglich ein monolithischer Bau mit Parkhaus und einem Lebensmittelmarkt geplant ist, der in direkter Konkurrenz zum Konsum- Pressemitteilung Markt treten und der SWG als Vermieter die Schweißperlen auf die Stirn treiben wird. Die von der Verwaltung suggerierte und bei Bürgern der Stadt Altenburg erwünschte innerstädtische Ladenzeile mit Einzelhandelsgeschäften, Mode- und Schuhmarkt ist nicht in Altenburg, sondern in Windischleuba geplant. Diese 4.200 m2 Einzelhandelsfläche würde einen massiven Existenzdruck auf die Einzelhändler in der Altenburger Innenstadt aufbauen. Weitere Geschäftsaufgaben und leere Schaufensterzeilen wären die Folge.
Jetzt gilt es, gemeinsam nach einer für die Innenstadt funktionalen und gestalterischen Lösung für diesen städtebaulich bedeutsamen Ort zwischen Josephinum und Topfmarkt zu suchen. Aktionismus ist fehl am Platz. Qualität geht unsere Meinung nach eindeutig vor Schnelligkeit. Mit den kürzlich vorgenommenen Änderungen der Hauptsatzung steht dem Stadtrat zudem ein zielführendes Instrument zur Verfügung, um an dieser Aufgabe effektiv mitwirken zu können.

weitere Meldungen aus dieser Rubrik

27.04.2026

Altenburg isst wieder gemeinsam

Altenburg. Der Altenburger Markt verwandelt sich in Kürze wieder in einen großen, gemeinsamen Speisesaal unter freiem Himmel. Der... [mehr]

23.04.2026

Wie sozial ist die aktuelle Politik?

Altenburg - Der soziale Staat ist in aller Munde – doch gerade bei klammen Kassen wird soziale Arbeit oft nur als reiner Kostenfaktor... [mehr]

22.04.2026

Auf dem Dorf ist eh nichts los? Von wegen!

Während anderswo oft über fehlende Freizeitangebote gemeckert wird, drehen die Jugendlichen in Bornshain den Spieß einfach um: Machen... [mehr]

30.04.2026

Kultur im Altenburger Land im Mai

Die Kulturtipps für das Altenburger Land im Mai, mit Dr. Sophie Oldenstein. Studiogäste Schauspielerin Leah Eleonora Geber und der... [mehr]

22.04.2026

Thüringen.TV

Geschichten und Beiträge aus dem Freistaat [mehr]

27.04.2026

Fördermittel für Skatbankarena kommen vorerst nicht

Der Sekt bleibt im Kühlschrank: Altenburgs Antrag auf Fördermittel für die Sanierung des Areals der Skatbank-Arena ist vorerst nicht... [mehr]

29.04.2026

Schenk will weniger Bürokratie bei Gesundheitshandwerk

Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk hat im Kabinett eine Bundesratsinitiative zum Abbau bürokratischer Hürden im... [mehr]

23.04.2026

Auf der Spur der eigenen Geschichte

Altenburg - Das Mauritianum hat eine Sammlung, welchebis zur Gründung der naturforschenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert... [mehr]

22.04.2026

Der Biber in Ostthüringen

Jedes Kind kennt ihn mittlerweile wieder in Thüringen – Meister Bockert, den pelzigen Gesellen mit seiner „Kelle“. Seit 2007 ist er... [mehr]

AGB TV - Livestream
Neu in der Mediathek

Kultur im Altenburger Land

Kultur im Altenburger Land

Sendung vom 30.04.2026

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Sendung vom 23.04.2026

45 Minuten Thüringen

45 Minuten Thüringen

Sendung vom 23.04.2026