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Regionales

21:13 Uhr | 05.08.2014

Asien in Altenburg

In der Ausstellung „Asien in Altenburg“ im Lindenau-Museum Altenburg ist gegenwärtig auch eine große Collage mit Fotos von 44 Bauern und Bäuerinnen aus dem Altenburger Land zu sehen. Das Bild stammt zwar nicht aus Bernhard von Lindenaus Sammlung, wurde aber ausgewählt, weil es ein Stück Regionalgeschichte zeigt, das zu Unrecht vergessen ist. Denn auch 1899 war China in Altenburg „in aller Munde“. Anders als in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, zu Zeiten Bernhard August von Lindenaus, ging es jetzt eher patriotisch zu. Bauern und ihre Angehörigen aus der ganzen Region folgten dem Aufruf des Wirtes des „Preußischen Hofes“, des 1880 erbauten und 2008 abgerissenen Konzert- & Ballhauses in der Teichstraße 4, zu einem großen Maskenball.
Am Aschermittwoch, dem 15. Februar 1899, fand im restlos ausverkauften Saal unter Leitung des Tanzlehrers Arno Schaller der einstudierte Aufzug der Masken statt. 42 Männer und Frauen aus 35 Orten waren als Sänger, Tänzer und Pantomimen dabei,
als es galt, chinesisches Flair zu verbreiten. Der Parade vor einem chinesischen Würdenträger und dem Prinzen Heinrich, dem Bruder Kaiser Wilhelms II. und Chef des Ostasiengeschwaders, folgte die Darstellung der Verbrüderung der chinesischen Bevölkerung mit den deutschen Marinesoldaten. Auf der Bühne stand ein deutsches Kriegsschiff. Der ganze Saal sollte Kiautschou (Jiāozhōu) abbilden.
Erst ein Jahr zuvor (1898) war es dem deutschen Kaiserreich endlich gelungen, seinen kolonialen Ambitionen in China ein Stück näher zu kommen. Nach einer militärischen Belagerung konnte das 552 km2 Gebiet an der Ostküste Chinas mit der Hauptstadt Tsingtau (Qingdao) auf 99 Jahre durch das deutsche Kaiserreich gepachtet werden. Man wollte dort eine Musterkolonie entwickeln und begleitete das entsprechend propagandistisch. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Gebiet von Japan
besetzt und der koloniale Traum platzte.
Als Erinnerung an dieses gesellschaftliche Ereignis in Altenburg fertigte das Atelier „Hofphotograph Kersten Sohn“ dieses Bild mit 41 Einzelphotographien, das dem Schloss- und Spielkartenmuseum von den Nachkommen der Photographenfamilie Bernath 1992 übereignet wurde. Interessant sollte die Collage nicht nur für die Nachfahren der Abgebildeten sein, so z.B. Apel aus Modelwitz, Gerth aus Röthenitz, Etzold aus Kürbitz, Kirmse aus Nobitz, Erler aus Mockern oder Kresse aus Lehma.

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