Altenburg, 03.05.2026 07:43 Uhr

Regionales

15:30 Uhr | 25.03.2013

Projekt untersucht Perspektiven für schrumpfendes Altenburger Land

Am Beispiel des Altenburger Landes in Ostthüringen untersuchen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde, wie sich Schrumpfungsprozesse auf den Alltag der Bewohner auswirken und wie örtliche Akteure auf rückläufige Bevölkerungszahlen und Entwicklungspotenziale reagieren.
Nachbarn ziehen weg, Unternehmen schließen, Busverbindungen werden eingestellt, Ärzte sind kaum noch vorhanden – „Schrumpfung“ als Gegenteil von Wachstum ist ein Prozess, der den Alltag der Menschen in den betroffenen Regionen unmittelbar und meist negativ beeinflusst. Der Imageverlust durch sinkende Bevölkerungszahlen und schwindende Entwicklungspotenziale verstärkt den Abwärtstrend zusätzlich.
Welche konkreten Auswirkungen die Abnahme von Bevölkerung, Wirtschaftskraft und Infrastruktur auf die Bewohner schrumpfender Region hat, wollen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) am Beispiel des Landkreises Altenburger Land in den kommenden drei Jahren untersuchen. Zunächst werden sie dazu Interviews mit Politikern, Planern, Wirtschaftsexperten und Einwohnern der Region führen und auch mit örtlichen Vertretern von Kirchen und Vereinen sprechen. Projektleiterin Dr. Judith Miggelbrink und ihr Kollege Frank Meyer versprechen sich von den Befragungen neue Erkenntnisse darüber, wie Schrumpfungsprozesse im Alltag funktionieren. Konkret wollen sie herausfinden, ob Schrumpfung ein Teufelskreis ist, der sich immer weiter dreht, oder ob diese Prozesse von den Betroffenen und Akteuren durchbrochen werden: „Uns interessiert, warum Menschen dennoch bleiben, welche Gründe sie für ihre Entscheidungen haben und wie Daseinsvorsorge in schrumpfenden Regionen neu organisiert wird“, so Miggelbrink, die am IfL den Forschungsbereich Raumproduktionen im Verhältnis von Staat und Gesellschaft koordiniert. Die Leipziger Forscher sind überzeugt, dass ein besseres Verständnis des Zustandekommens und der subjektiven Relevanz von Schrumpfungsprozessen dazu beitragen kann, neue Wege des Umgangs mit den daraus resultierenden Problemen zu entwickeln. Das Altenburger Land haben sie für ihr Forschungsvorhaben gewählt, weil der Landkreis überdurchschnittliche Bevölkerungsverluste aufweist und wirtschaftlich zu den Schlusslichtern in Ostdeutschland zählt. „Auch seine Insellage zwischen mehreren Großstädten, zentral und doch im Abseits, hat bei der Entscheidung eine Rolle gespielt“, sagt Frank Meyer.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert das Projekt „Diskurs und Praktiken in schrumpfenden Regionen. Eine Untersuchung zur subjektiven Relevanz von Schrumpfungsdiskursen am Beispiel des Altenburger Landes“ mit rund 180 000 Euro.

weitere Meldungen aus dieser Rubrik

30.04.2026

Landratsamt empfiehlt Reise-Impfung

Altenburg. Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die heiß ersehnte Reisezeit, wenngleich es natürlich ganzjährig rund um den Globus... [mehr]

30.04.2026

Altenburger Theater öffnet wieder - als neues Interim

Altenburg - Wenn eine Baustelle zur scheinbar unendlichen Geschichte wird, ist Erfindergeist gefragt. Genau den muss das Theater... [mehr]

22.04.2026

Mit Bildern und Musik ans Ende der Welt

Altenburg, 21.04.2026 - Eine Reise in eine der faszinierendsten Regionen der Erde erwartet die Besucherinnen und Besucher bei einem... [mehr]

29.04.2026

Schenk will weniger Bürokratie bei Gesundheitshandwerk

Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk hat im Kabinett eine Bundesratsinitiative zum Abbau bürokratischer Hürden im... [mehr]

23.04.2026

Nachrichten aus Altenburg und Umgebung

Altenburg - Unser News-Update aus dem Altenburger Land - Es wird ernst mit einem spektakulären Drogenfund in Ostthüringen – hier... [mehr]

23.04.2026

Wie sozial ist die aktuelle Politik?

Altenburg - Der soziale Staat ist in aller Munde – doch gerade bei klammen Kassen wird soziale Arbeit oft nur als reiner Kostenfaktor... [mehr]

30.04.2026

Mit wirtschaftlicher Transformation zum Erfolg

Altenburg - Die Wirtschaftsvereinigung Altenburger Land begrüßte Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John. Boos-John, die... [mehr]

28.04.2026

Altenburg entdeckt Altenbourg

Mit dem Schaufenster-Spaziergang „Altenburg entdeckt Altenbourg“ macht das Lindenau-Museum Altenburg vom 5. Mai bis zum 23. August 2026... [mehr]

28.04.2026

Schulkinder pflanzen Bäumchen

Diesen Schultag werden sie nicht so schnell vergessen: 43 Mädchen und Jungen der Grundschule Karolinum halfen jetzt der Stadt bei... [mehr]

AGB TV - Livestream
Neu in der Mediathek

Kultur im Altenburger Land

Kultur im Altenburger Land

Sendung vom 30.04.2026

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Sendung vom 23.04.2026

45 Minuten Thüringen

45 Minuten Thüringen

Sendung vom 23.04.2026