Die Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN im Thüringer Landtag, Anja Siegesmund, ist erstaunt in welchem Ausmaß Medien wie Öffentlichkeit den vom Altenburger Landrat Sieghardt Rydzewski eingebrachten Wechsel des Landkreises nach Sachsen diskutieren.
Diese Debatte ist aus Sicht der Grünen-Politikerin in zweierlei Hinsicht ein Sturm im Wasserglas. Zum einen lenkt sie von dem eigentlichen Problem auf der Landesebene ab, nämlich dem Unvermögen von Schwarz-Rot, sich auf ein Konzept für eine Gebiets- und Verwaltungsstrukturreform zu einigen. Zum anderen bringt sie das Altenburger Land keinen Schritt voran. "Unkonventionelle Vorschläge in die Debatte einzubringen ist gut, aber letztlich ist es nur eine Stellvertreterdebatte, die zeigt, wie überfällig eine Modernisierung der Strukturen in Thüringen ist", so Siegesmund.
"Es ist zwar verständlich, dass sich KommunalpolitikerInnen und BürgerInnen im Altenburger Land momentan von der Landesregierung vernachlässigt fühlen, aber es bringt nichts, weg zu laufen. Stattdessen ist es unsere Aufgabe für eine bessere Zukunft in Thüringen einzustehen", so Siegesmund weiter. "Ein Wechsel nach Sachsen ist auf Grund rechtlicher und bürokratischer Hürden zudem zu teuer und würde sich über Jahre hinziehen. Damit würden die knappen finanziellen wie personellen Ressourcen, die dringend zur Förderung des Altenburger Landes benötigt werden, verpuffen", ist Siegesmund überzeugt.
"Des Weiteren hat die Förderung der vergangenen Jahre gezeigt, dass es eben nicht genügt, in Straßen zu investieren, um die Wirtschaftsstrukturen zu stärken und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Region kann mit ganz eigenen Alleinstellungsmerkmalen punkten. Vor allem beim Ausbau Erneuerbarer Energien, bei der Dichte kultureller Initiativen oder historischer Kulturdenkmäler, muss sich das Altenburger Land nicht verstecken. Dies gilt es auszubauen." so Siegesmund. "Um dies zu schaffen, braucht es einen Mix aus zukunftsweisenden Ideen und nachhaltigen Konzepten. Zudem gilt es, die Bürgerinnen und Bürger der Region in eine echte Debatte über die Zukunft des Altenburger Landes mit einzubeziehen, zum Beispiel in unseren Landesarbeitsgemeinschaften", schließt Siegesmund.