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Regionales

00:00 Uhr | 05.02.2010

FDP: Machnig ohne eigene Ideen

In Sachen Thüringer Tourismuspolitik gab es heute ein Déjà-vu-Erlebnis. Bis in Details hinein wurden inhaltlich richtige Forderungen der Öffentlichkeit erneut präsentiert haargenau so, wie im Jahr 2004: Eine Evaluierung müsse her (2004 wurde eine solche präsentiert), eine Dachmarke sei notwendig (wie bereits 2004 gefordert) und ein Tourismus-Konzept solle weiterentwickelt werden (ein solches präsentierte man – oh Wunder – auch 2004). Das Déjà-vu bezog nicht nur auf die Inhalte, sondern auch die Art und Weise (Pressekonferenz) und den Vortragenden (Wirtschaftsminister). Der einzige Unterschied zu 2004 war Name und Partei des Wirtschaftsministers. Ansonsten nix Neues.

Die heute abgehaltene Pressekonferenz offenbarte, dass nach wie vor nichts Wesentliches in der für Thüringen so wichtigen Tourismusbranche geschehen ist. Fast sechs Jahre kaum Fortschritt und Bewegung. Stattdessen haben wir in Thüringen immer noch zersplitterte Strukturen mit vielen verschiedenen Tourismusverbänden, -vermarktungen, -konzeptionen. Diese ringen miteinander um Attraktivität und stellen alles andere dar, als eine einheitliche Außenmarke Thüringen. Selbst die heute bekanntgegebene Idee das touristische Leuchttürme in Thüringen positioniert und gefördert werden müssten, ist nicht neu. Ich kann nur hoffen, dass Herr Machnigs Plan den Wellness- und Sportsektor in Thüringen zu fördern nicht wieder in dutzenden Spaßbädern zu ertrinken droht.

Die Tatsache, dass die Ideen nicht neu sind, bedeutet nicht, dass sie schlecht wären. Im Gegenteil: Dringend überfällig ist die Etablierung einer gemeinsamen Außenmarke á la „Grünes Herz Deutschlands“. Notwendig ist es, aus Evaluierungen zu lernen – obgleich auch die letzte aus dem Jahr 2004 nutzbar ist. Viel hat sich nicht geändert. Und erst Recht darf Thüringen nicht – will es auch international erfolgreich sein – seine Leuchttürme verstecken.

Traurig ist deshalb, dass das Tourismusland Thüringen so viel Zeit verschwendet hat. Bei den Präsentationen des Freistaates in den letzten Jahren auf internationalen Messen waren zumeist die Thüringer Messebesucher peinlich berührt. Die zuständigen Minister sonnten sich derweil im Glanz ihrer Mietfabriken und vergaßen das eigentliche Rückgrat: Die kleinen und mittelständischen Betriebe im Dienstleistungs- und Tourismussektor.

Ob es jetzt durch den Shomaster Machnig gelingen wird, den Reformstau in der Tourismuspolitik zu beheben, wird sich zeigen. Denn stets hat man den Eindruck, dass es bei allen Projekten Machnigs zunächst um Profilierungssucht und Persönlichkeitsbestätigung geht und nicht um die Sache. Den Anschein hat es bei der derzeit laufenden Solardebatte (bei der der Minister in Thüringen überall –an den entscheidenden Stellen aber in Berlin niemals zu sehen ist). Wir werden sehen, ob sich dies wiederholt.

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