Altenburg, 07.05.2026 13:11 Uhr

Regionales

00:00 Uhr | 06.01.2010

Kündigung soll zurück genommen werden

Linke prüft rechtliche Schritte gegen OB

Stadtratsfraktion DIE LINKE strebt bezüglich der Kündigung der Gesellschafteranteile an der FAN GmbH Schadensbegrenzung und rechtliche Schritte gegen den Oberbürgermeister der Stadt Altenburg an

Mit Empörung haben die Mitglieder der Stadtratsfraktion DIE LINKE zur Kenntnis genommen, dass in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke Altenburg GmbH (SWA) am 29.12.2009, die Geschäftsführung zur Kündigung der Gesellschaftsanteile an der Flugplatz Altenburg – Nobitz GmbH (FAN) angewiesen wurde.
Damit hat der Aufsichtsrat in noch nie da gewesener Weise seine Kompetenzen, die im  Gesellschaftsvertrag der SWA im § 15 festgelegt sind, überschritten.
Noch unverständlicher sind die Ausführungen des Oberbürgermeisters in der Öffentlichkeit, es hätte nach der Stadtratssitzung vom 17. Dezember 2009 eine unklare Beschlusslage gegeben. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE wurde eindeutig als Änderungsantrag zum Antrag der beiden SPD-Stadträte tituliert. Er stellte also nur einen weitergehenden, keinen separaten Antrag auf Halten der Geschäftsanteile dar. Deshalb besteht nach Auffassung der Fraktion die Beschlusslage vom 17. Dezember 2008 fort, in der der Stadtrat mit großer Mehrheit für das Halten der Anteile an der FAN votiert hat, weil es eben am 17. Dezember 2009 zu gar keinem neuen Beschluss gekommen ist!

Unverschämt ist die Äußerung des Oberbürgermeisters in der örtlichen Presse, er hätte weder auf die Kündigung noch auf das Halten der Anteile selbst hingewirkt. Die von ihm angeführte rechtliche Bewertung der Zuständigkeit des Aufsichtsrates  ist nach Kenntnis der Fraktion nicht an den Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH Herrn Wenzel, sondern an den Oberbürgermeister der Stadt Altenburg adressiert. Noch brisanter ist, dass sich die Verfasser auf die mit dem Oberbürgermeister am 28.12.2009 (!) geführten Telefonate berufen. Somit ist die Äußerung von Herrn Wolf als bewusste Täuschung  und dreiste Lüge gegenüber der Öffentlichkeit und dem Stadtrat zu bewerten.
Aus rechtlicher Bewertung der Vorgehensweise ist festzuhalten, dass sowohl der Oberbürgermeister und die Geschäftsführung der Stadtwerke Altenburg GmbH als auch die Aufsichtsratsmitglieder, welche dem Antrag zugestimmten, in grober Weise ihre Pflichten verletzt haben. In seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender hätte Herr Wolf das Begehren der Geschäftsführung zur Kündigung mit Verweis auf die Zuständigkeit des Gesellschafters, also des Stadtrates, ablehnen müssen.

Um weiteren Schaden von der Stadtwerke Altenburg GmbH und der Flugplatz Altenburg – Nobitz GmbH abzuwenden bzw. den schon entstandenen zu begrenzen, wird die Stadtratsfraktion DIE LINKE einen Antrag zur Fassung eines Gesellschafterbeschlusses der SWA in den Stadtrat einbringen. Dieser Antrag wird zu Inhalt haben, dass der Oberbürgermeister angewiesen wird, dem rechtswidrigen Aufsichtsratsbeschluss vom 29.Dezember 2009 zu widersprechen und die Geschäftsführung anzuweisen, die Kündigung der Gesellschaftsanteile an der FAN zurückzuziehen.

Darüber hinaus prüft die Fraktion, inwieweit die Beantragung von disziplinarischen Maßnahmen gegen den Oberbürgermeister bezüglich seines Handelns entgegen der Hauptsatzung der Stadt Altenburg bei der Kommunalaufsicht angezeigt ist.

Dass Herr Wolf momentan etwas den Überblick verloren hat, beweist sein Rücktritt als Aufsichtsratsmitglied der FAN. Laut § 9 (2) Gesellschaftsvertrag der FAN ist er kraft seines Amtes (geborenes) Mitglied in diesem Gremium. Als Oberbürgermeister sollte er zumindest die Gesellschaftsverträge der Gesellschaften mit städtischer Beteiligung kennen. Oder will er gar als Oberbürgermeister zurücktreten?
 
Ungeachtet der derzeitigen Turbulenzen trägt die Fraktion DIE LINKE die Forderung nach einer Beteiligung des Landes uneingeschränkt mit und sieht die Verantwortung sowohl beim Verkehrs- als auch beim Wirtschaftsministerium. Aus diesem Grund hat sich die Fraktionsvorsitzende Frau Dr. Birgit Klaubert in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des Thüringer Landtages mit der Bitte um einen Gesprächstermin mit den Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Fraktionen an beide Minister gewandt. Eine Zusage steht noch aus.

weitere Meldungen aus dieser Rubrik

28.04.2026

„Pauls fulminante Weltreise“ macht Halt in Ungarn

Schnallt euch an (oder lockert den Gürtel schon mal für die Häppchen): Die Koffer sind zu, das Fernweh ist verpackt! Am Mittwoch, den... [mehr]

26.04.2026

Gott ImPuls am 26. April 2026

Gottesdienst für das Altenburger Land mit Markus Holtz, Franziska und Reinhard Haucke   [mehr]

28.04.2026

Altenburg entdeckt Altenbourg

Mit dem Schaufenster-Spaziergang „Altenburg entdeckt Altenbourg“ macht das Lindenau-Museum Altenburg vom 5. Mai bis zum 23. August 2026... [mehr]

27.04.2026

Altenburg isst wieder gemeinsam

Altenburg. Der Altenburger Markt verwandelt sich in Kürze wieder in einen großen, gemeinsamen Speisesaal unter freiem Himmel. Der... [mehr]

23.04.2026

Auf der Spur der eigenen Geschichte

Altenburg - Das Mauritianum hat eine Sammlung, welchebis zur Gründung der naturforschenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert... [mehr]

27.04.2026

Fördermittel für Skatbankarena kommen vorerst nicht

Der Sekt bleibt im Kühlschrank: Altenburgs Antrag auf Fördermittel für die Sanierung des Areals der Skatbank-Arena ist vorerst nicht... [mehr]

06.05.2026

Fantastische Welten zum 100. Geburtstag

Altenburg - Er war ein Meister der feinen Linien, ein Schöpfer grotesker Traumwelten und einer der bedeutendsten deutschen... [mehr]

24.04.2026

Thüringen.TV

Geschichten und Beiträge aus dem Freistaat [mehr]

03.05.2026

Gott ImPuls am 3. Mai 2026

Gottesdienst für das Altenburger Land mit Daniel Chmell   [mehr]

AGB TV - Livestream
Neu in der Mediathek

Kultur im Altenburger Land

Kultur im Altenburger Land

Sendung vom 30.04.2026

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Bericht aus Erfurt - Landtag aktuell

Sendung vom 23.04.2026

45 Minuten Thüringen

45 Minuten Thüringen

Sendung vom 23.04.2026