00:00 Uhr | 26.11.2009
Für etwas Verwirrung scheint der Beschluss zum Areal am Topfmarkt zu sorgen. So teilen via Pressemitteilung Ortskuratorium Altenburg/Altenburger Land der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bürgerverein Altenburg-Altstadt e.V., Freundeskreis der Brüderkirche e.V., Ev.-Luth. Kirchgemeinde Altenburg sowie Mitglieder des Denkmalbeirates der Stadt Altenburg mit, dass "bei der Neubetrachtung nun endlich die vorhandene historische Bausubstanz in die Überlegungen einbezogen werden" muss.
Gemeint ist damit der geänderte Beschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes auf Antrag der Städtischen Wohnungsgesellschaft. So hatte der Stadtrat mit großer Mehrheit den fast gleich gebliebenen ursprünglichen Plan beschlossen. Lediglich die Geschosshöhe an einer Ecke sowie die südliche Ausdehnung wurde empfohlen, neu zu prüfen.
"Der gefasste Beschluss hat zur Folge, dass nun die SWG ihr Bebauungskonzept weitestgehend neu erstellen muss." Dies wiederum ist der Schluss der Denkmalschützer aus der letzten Sitzung. Genau dies dürfte aber wohl kaum der Fall sein, immerhin schien man bei der SWG schon vorab auf solche Änderungen vorbereitet. Der Neubau dürfte damit fast genau so aussehen, wie er immer präsentiert wurde.
Über die Zukunft des Hauses bei der Brüderkirche 9 hingegen macht man sich bei der Stadt kaum Illusionen. "Dieser Beschluss steht einem Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes bei der Brüderkirche 9 nicht entgegen." heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung aus dem vormittäglichen Pressegespräch des Oberbürgermeisters.
Gesamter Text der Pressemitteilung:
Bürgerengagement zwingt OB zum Umdenken
Nachdem wochenlang seitens der Verwaltungsspitze keine Signale zum Einlenken bei dem verfahrenen Thema Areal am Markt zu erkennen waren, ging es am Ende ganz schnell. Mit Erleichterung haben die Unterzeichner zur Kenntnis genommen, dass nun doch ein städtebaulicher Rahmenplan für die beiden Quartiere 8 und 15 erarbeitet und für den brachliegenden Teil des Quartiers 15 ein qualifizierter Bebauungsplan aufgestellt werden soll.
Wichtig ist nun, dass der Rahmenplan schnellstmöglich bearbeitet wird, damit sich die Bebauungspläne an den Ergebnissen des Rahmenplanes orientieren können.
Die vielfältigen offenen Fragen bei dem SWG-Vorhaben und die zu befürchtenden negativen Folgen für einen zentralen Bereich unserer einmaligen Altstadt wurden von Stadträten aller Fraktionen erkannt. Dem eingereichten Vorhaben der SWG wurde folgerichtig die Zustimmung verweigert. Nur die weit reichenden Auflagen, im Beschluss "Empfehlung" genannt, haben die Bebauungsabsichten nicht völlig scheitern lassen. Das ist auch gut so, eröffnet es jetzt doch die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Investor nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Wenn auch nicht alle, so sind einige wichtige Forderungen aus dem offenen Brief vom 28. Oktober 2009 somit erfüllt.
Der gefasste Beschluss hat zur Folge, dass nun die SWG ihr Bebauungskonzept weitestgehend neu erstellen muss. Durch die Anlehnung der Südseite der Neubebauung an die historische Bauflucht in der Klostergasse – dabei ist nicht nur die Breite sondern auch die geschwungene Form der Baukante zu berücksichtigen - sowie die verringerte Geschosszahl gegenüber der Brüderkirche lassen sich die bisher geplanten Nutzungen auf der Fläche nicht mehr realisieren. Bei der Neubetrachtung muss nun endlich die vorhandene historische Bausubstanz in die Überlegungen einbezogen werden. Die SWG ist gut beraten, wenn sie von ihrem Ansinnen abrückt, alles komplett abreißen zu wollen. Nach intensiver fachlicher Prüfung kommen wir zu der Einschätzung, dass sowohl im Einzeldenkmal Bei der Brüderkirche 9 als auch im Eckgebäude Klostergasse 5 attraktive, zeitgemäße und in jedem Fall unverwechselbare Wohnungen entstehen können, was nicht mehr, sondern weniger kosten würde als Abriss und Neubau.
Die Unterzeichner betonen nochmals, dass sie sich mit allen Kräften für den Erhalt der beiden Gebäude einsetzen werden. Wir sind der Hoffnung, dass sowohl die die städtischen Tochtergesellschaften SWG und Stadtwerke, als auch der Oberbürgermeister aus den Vorgängen der letzten Wochen lernen und neue Konzepte und Pläne nicht wieder allein im stillen Kämmerlein entwerfen, sondern frühzeitig mit der breiten Öffentlichkeit und dem Stadtrat beraten, damit das Bestmögliche an diesem städtebaulich herausgehobenen Bereich unserer Altstadt entsteht. Für eine konstruktive Zusammenarbeit stehen wir gern zur Verfügung.
Ortskuratorium Altenburg/Altenburger Land der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Bürgerverein Altenburg-Altstadt e.V.
Freundeskreis der Brüderkirche e.V.
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Altenburg
Mitglieder des Denkmalbeirates der Stadt Altenburg
Interessierte und engagierte Bürger der Stadt Altenburg
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