00:00 Uhr | 12.10.2009
Ansichten des Atheismus
Professor Dr. Herbert Schnädelbach von der Humboldt-Universität zu Berlin macht sein Versprechen wahr und kommt erneut zu einem Vortrag nach Altenburg. Am 22. Oktober (Donnerstag) wird sich der renommierte Philosoph im Bachsaal des Schlosses mit der Frage auseinandersetzen, was Atheismus heutzutage bedeutet und Aspekte der gegenwärtigen Atheismuskritik untersuchen. Der Titel seines Vortrages, der um 19 Uhr beginnen wird, lautet: „Mit oder ohne Gott? Ansichten des Atheismus“. Der Eintritt ist frei. Der bedeutende Philosoph, der mit seinen religionskritischen Publikationen wiederholt Debatten ausgelöst hat, folgt einer Einladung von Oberbürgermeister Michael Wolf und dem Altenburger Schlossverein.
Der 1936 in Altenburg geborene Referent fühlt sich mit der Region verbunden und hielt im Vorjahr einen viel beachteten Vortrag zum Thema „Werte im Widerstreit“ (die Pressestelle berichtete). Das Interesse war groß, im Bachsaal blieb kein Platz mehr frei, und so sagte Herbert Schnädelbach zu, in diesem Jahr wiederzukommen. In seinen Ausführungen wird der „fromme Atheist“ zeigen, dass das Phänomen des Atheismus keine einfache Definition zulässt, weil es in mehreren Formen existiert, die zu unterscheiden sind. Die man Atheisten nennt oder sich selbst so nennen, vertreten somit verschiedene Ansichten. Dann aber gibt es auch unterschiedliche Ansichten über den Atheismus, und die kann man sich anhand der jeweiligen kritischen Argumente vor Augen führen. Dabei ist es zudem erforderlich, etwas Klärendes zu den Leitbegriffen ‚Religion‘ und ‚Glaube‘ zu sagen. Vermutungen über die Situation und die Zukunft der Religion in unserer modernen Welt sollen den Vortrag abschließen. Die Zuhörer können sich auf überraschende An- und Einsichten freuen und werden im Anschluss an den Vortrag wie im Vorjahr Gelegenheit haben, bei einer Diskussion mit dem Professor ins Gespräch zu kommen. Wer sich auf den Vortrag einstimmen möchte, dem sei das neueste Buch des Referenten empfohlen. „Religion in der modernen Welt“ (Fischer-Verlag) enthält 13 Vorträge, Abhandlungen und Streitschriften. Darüber hinaus befinden sich die Schriften des Autors in der Altenburger Stadtbibliothek.
Herbert Schnädelbach wurde 1936 wie erwähnt in Altenburg geboren, schon 1938 zog die Familie nach Breslau. Die Schulzeit verbrachte er in Breslau, Leipzig, Bad Bergzabern und Landau (Pfalz), wo er 1955 sein Abitur machte. 1965 promovierte er an der Frankfurter Goethe-Universität zum Dr. phil., sein Doktorvater war Theodor W. Adorno. 1970 habilitierte er sich bei Adorno und Jürgen Habermas. Als Professor für Philosophie lehrte Herbert Schnädelbach von 1971-1978 in Frankfurt am Main, war erster Dekan des Fachbereichs Philosophie. Von 1978 bis 1992 lehrte er an der Universität Hamburg, insbesondere Sozialphilosophie. In der Hansestadt lebt Herbert Schnädelbach mit seiner Gattin Ursula bis heute. Von 1988 bis 1990 war er Präsident der „Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland“. 1993 übernahm Professor Schnädelbach den Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität, wo er 2002 emeritiert wurde. Seine Herkunft hat der Philosoph in all den Jahren nie vergessen. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Michael Wolf verriet er, dass ihm „das Herz aufgeht“, wenn er sächsischen Dialekt hört.
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