15:04 Uhr | 27.08.2020
In Starkenberg eröffnete dieses Jahr die Zirkusfamilie vom Zirkus Afrika, unter der Leitung von Hardy Weisheit, ein sogenanntes Elefentenreservat mit Erlebnispark. Gehalten werden Kamele, Ziegen, 2 Wollschweine, Hasen, Enten, Pferde, Ponys, Esel, 1 Zebroid, Lamas und die 3 berüchtigten Elefantendamen Moja, Tonga und Gandhi. Der berüchtigte Circus Afrika will nicht mehr ständig auf Tournee gehen, sondern hat nun in Stakenberg einen staionären Zirkus eingerichtet . Obwohl den Tieren damit zumindest einige der belastenden Transporte erspart bleiben, geht ihr Leid doch unvermittelt weiter: In dem „Erlebnispark“ wird den Besuchern neben Zirkusshows auch direkte Interaktionen mit den Elefanten angeboten. Die Elefanten-Damen Moja, Tonga und Gandhi dürfen nicht nur gefüttert und gestreichelt werden, auch Fotoshootings mit den Tieren und ein „Elefantenführerschein“ können gebucht werden. Dabei werden die sensiblen Wildtiere gezwungen, Besucher auf ihrem Rücken zu tragen. Während Reiseanbieter im Ausland Angebote wie das Elefantenreiten aus Gründen des Tierschutzes und zur Sicherheit der Touristen zunehmend streichen, wirbt Circus Afrika nun hierzulande mit dieser tierschutzwidrigen Attraktion. Es ist unverantwortlich, diese Tierquälerei zuzulassen und zudem Besucher einer derart großen Gefahr auszusetzen.
Die Elefantenkühe wurden schon mehrmals beim sogenanten „Weben“ beobachtet und gefilmt wurden. Dies ist eine Verhaltensstörung, bei dem sie mit Kopf und Körper hin und her schwingen, und die als Anzeichen für schweres seelisches Leiden gilt. Auch ein Sachverständigengutachten hat die Verhaltensstörungen bereits bestätigt und sogar in ein fortgeschrittenes Stadium eingeordnet (1). Dennoch werden die Elefanten weiterhin im Zirkus eingesperrt und zur Unterhaltung von Besuchern missbraucht.
Circus Afrika ist nicht nur wegen Missständen in der Tierhaltung schon häufiger negativ aufgefallen. Auch wegen Gewalt gegen Menschen macht der Zirkus immer wieder von sich reden, wie Beschimpfungen und Drohungen gegen Bürgermeister und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an Gastspielorten. [2] 2018 wurde Zirkus-Direktor Hardy Weisheit sogar wegen Körperverletzung an einer Weimarer Amtsveterinärin rechtskräftig verurteilt. (3) Ein Clown des Zirkusunternehmens verprügelte einen Teenager. (4)
Zusätzlich fiel der Zirkus immer wieder durch Ausbrüche und „Spaziergänge“ der Elefanten und die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf. Als es zu Sachschäden während ungenehmigter Spaziergänge mit den Elefanten kam, wurde er auch hierfür zu einem Bußgeld verurteilt. Dass dem Zirkus sein schlechter Ruf vorauseilte und es damit zunehmend schwierig wurde, Genehmigungen für Zirkus-Gastspiele zu erhalten, dürfte zu der Entscheidung beigetragen haben, aufs Reisen zu verzichten – dies geschah nicht zum Wohle der Tiere.
Seit Juni diesen Jahres beobachten wir nun das Geschehen in diesem Elefantenreservat und Erlebnispark in Starkenberg. Wir sahen verletzte Pferde;Tiere mit vollkommen verschmutzen bis hin zu keinem Trinkwasser; kein Futter; Unterstände für die Tiere zu klein; Pferdeboxen, die über 2 Tage nicht ausgemistet wurden; Müll im Hasengehege; webende Elefanten; Elefantenhaken; Elefanten wurden während der Zirkusshow gepeitscht, wenn sie nicht gefügig waren, Tiere wurden grob behandelt und angeschrien; der Käfig der Aras ist zu niedrig mit einem vertrockneten Ast darin; Zeugenaussagen dass die Elefantenkühe auch tagsüber ohne jeglichen Grund angekettet waren; ...
Allerdings und hat uns ein Ereignis unser letzten Besuchs am letzten Sonntag vollkommen schockiert: Ein Huhn mit einer großen Verletzung am Rücken, welche schon nekrotisch gewesen ist. Das Huhn konnte nicht mehr laufen und rang schon nach Luft. Die anderen Hühner waren auch sehr aufgedunsten und in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt gewesen. Wir verständigten am Folgetag das zuständige Veterinäramt über alle Ereignisse und es erfolgte eine Kontrolle einer zuständigen Amtstierärztin.
Der Schein des Elefantenreservats und Erlebnisparks Starkenbergs trügt und der Zirkus Afrika unter Leitung von Hardy Weisheit macht seinen Ruf weiterhin alle Ehre.
Pressemitteilung der Animals Rights Watch Chemnitz
Quellenangaben:
(1) Sachverständigengutachten vom 11. Oktober 2019, angefertigt am Veterinärwissenschaftlichen Department, Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung der LMU München.
(2) Frankenpost: Münchbergs Bürgermeister erstattet Anzeige gegen Zirkus-Direktor, https://www.frankenpost.de/region/muenchberg/Muenchbergs-Buergermeister-erstattet-Anzeige-gegen-Zirkus-Direktor;art2441,6912086
(3) Thüringer Allgemeine: Zirkus „Afrika“ gastiert in Weimar: „Überleben ist ein Drahtseilakt“, https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Zirkus-Afrika-gastiert-in-Weimar-Ueberleben-ist-ein-Drahtseilakt-2041061767 , zuletzt eingesehen am 28.4.2020.
(4) TAG24, Zirkusclown verprügelt Teenager, doch der Direktor will ihn vor Gericht nicht kennen, https://www.tag24.de/nachrichten/riesa-zirkusclown-verpruegelt-teenager-doch-direktor-will-ihn-vor-gericht-nicht-kennen-circus-afrika-1092263 , zuletzt eingesehen am 28.04.2020.
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