00:00 Uhr | 29.06.2009
Alles neu macht eigentlich der Mai, doch was die diesjährigen Prinzenraubfestspiele anbelangt, so zeigt auch der Juni, was es alles Neues geben kann. Und so präsentiert sich das Spektakel mit neuem Stück, neuem Blick und neuer Ausstattung.
Das, was 70 Jahre lang von Theatergenerationen als Spielblick genutzt wurde, ist nun auch die Kulisse für das Stück, „Waren zwei Brüder einst in Sachsen“ von Katrin Lange. Damit wird der Schlosshof zu einem wirklich sehenswerten Akteur in dem Stück.
Lange weicht mit ihrem Stück ab, vom ausgetretenen Pfad der Legende um den Raub der Prinzen Ernst und Albrecht. In ihrem Stück wollen die Beiden vom langweiligen Altenburger Fürstenhof ihres Vaters fliehen. Der Streit zwischen Kunz von Kauffungen (gespielt von Jörg Steinberg) und dem Kurfürst (Andreas Unglaub) kommt diesen daher gelegen. Aus der Entführung wird kurzerhand eine Flucht. Umso tragischer, die Hinrichtung Kauffungens als Entführer, nach seiner Festnahme.
Der Prinzenraub 2009 ist ein farbenfrohes Spekatakel vor imposanter Kulisse. Dafür sorgen Tiere, Reiter, Stuntman und Artisten. Diese vermögen auch, die kleinen Schwächen des Stückes zu überspielen.
Jörg Steinberg überzeugt als Kunz und arbeitet auch Feinheiten im Charakter des Ritters heraus. Allerdings fehlt ein wenig die Figur, mit welcher der Zuschauer mitfiebert, mit welcher sich dieser identifizieren kann. Am ehesten ist dies bei Ernst, gespielt von Alexander Flache, der Fall. Der Prinz träumt von einem Studium der Wissenschaft und widmet sich humanitärem Gedankengut. Doch am Ende passt auch er sich den Vorstellungen seines Vaters an.
Die Musik in diesem Jahr stammt aus der Feder von Stefan Stoppok. Sowohl die Kompositionen als auch das Spiel der Band ist handwerklich sauber, aber eher unaufregend. Gerade letzteres lässt in diesem Jahr die außergewöhnlichen Arrangements der Band Uhlmann vermissen.
Gelungene Bilder für einen lauschigen Spektakelabend gibt es aber allemal. Da wäre die Szene am Hof des Kunz von Kauffungen zu erwähnen. Auch die Kampfszene zwischen Thüringern und Sachsen ist etwas für das Auge.
Auch das spektakuläre Erklimmen des Hausmannsturmes dürfte für all jene, die es sehen konnten, ein Highlight gewesen sein. Für einen Großteil der Zuschauer findet dies, fast unsichtbar, hinter einem Baum statt. Auch dürften Szenen im Schlosshof ab der Reihe 12 eher als Hörspiel stattgefunden haben. Bei der baulichen Gegebenheit der Tribüne muss schnellstens Abhilfe geschaffen werden. Während sich die Besucher der letzten Reihen zu helfen wussten, indem sie Großteile des Stückes im Stehen sahen, gingen ca. 30 Prozent des Stückes für die davor gelagerten Reihen verloren.
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