00:00 Uhr | 17.04.2009
Am Rande ihrer Klausurtagung zum Wahlprogramm für die Stadt Altenburg, das am kommenden Dienstag der Presse vorgestellt wird, hat der FDP-Ortsvorstand die Absage des Skatbrunnenfestes 2009 diskutiert. Die Liberalen sind sich einig, dass die kurzfristige Absage vor allem SPD-Oberbürgermeister Michael Wolf anzukreiden ist. "Die Stadt gibt für den Prinzenraub und das Altstadtfest in diesem Jahr rund eine Millionen Euro aus. Wie kann es da sein, dass für das Skatbrunnenfest keine Unterstützung möglich ist?" fragt FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Krause. Aus Sicht der Liberalen ist es nicht Aufgabe der Stadt, Feste zu organisieren und zu finanzieren. Allerdings sollte die Stadt bei so bedeutenden Veranstaltungen wie dem Skatbrunnenfest natürlich mit eingebunden sein und im Rahmen des Stadtmarketings ihren Beitrag leisten. "Das Fest hat sich in den letzten Jahren bei der Altenburger Bevölkerung ebenso wie bei Besuchern von außerhalb gut etabliert. Gerade im Jubiläumsjahr '500 Jahre Spielkarten in Altenburg' soll es ins Wasser fallen? Das ist ein Armutszeugnis für die Stadt, allen voran für Oberbürgermeister Michael Wolf," ergänzt Pressesprecher Torsten Grieger die Kritik von Krause. "Viele Firmen und Vereine, darunter auch der DSKV, haben zum Skatbrunnenfest Gäste in die Stadt eingeladen. Die kurzfristige Absage ist ganz einfach blamabel und imageschädigend für die Stadt. Zugleich zeigt sich, dass das Engagement von privaten Veranstaltern zu Gunsten des eigenen Kulturmanagements weit hinten ansteht und keine entsprechende Unterstützung findet."
Aufgestoßen ist den Liberalen auch, dass Wolf zur Absage gegenüber der Presse Bürgermeisterin Knitt "vor's Rohr geschoben" hat. "Michael Wolf kandidiert als Spitzenkandidat für die SPD, obwohl er letztendlich gar nicht gewählt werden kann. Das ist Betrug am Wähler. Und bei unangenehmen und für die Bürgerinnen und Bürger völlig unverständlichen Entscheidungen entzieht er sich seiner politischen Verantwortung. Das ist einfach nur feige," empört sich der FDP-Ortsvorsitzende Detlef Zschiegner. "Die Innenstadthändler haben extra den verkaufsoffenen Sonntag vorgezogen, um das Wochenende rund um das Skatbrunnenfest zu einem weiteren Highlight im Altenburger Veranstaltungskalender zu machen. Mit seinem Verhalten stösst Wolf deshalb nicht nur die Besucher des Festes vor den Kopf, sondern auch die Händler und Gewerbetreibenden in der Altenburger Innenstadt. Was nützen alle Leitbilder, wenn die Themen Innenstadtbelebung und Stadtmarketing am Ende nur Lippenbekenntnisse sind."
Für den liberalen Ortsvorstand steht fest, dass es Wolf mit ein wenig politischem Fingerspitzengefühl sicherlich gelungen wäre, das Skatbrunnenfest zu retten. So aber bleibt ein bitterer Beigeschmack, dass es Quersubventionierungen von städtischen Beteiligungsgesellschaften wohl doch nur für die vom Kulturmanagement geplanten Veranstaltungen gibt. Und das bürgerliches Engagement für die Stadt am Ende doch zu nichts führt. Das ist wenig motivierend, oder, wie Ellen Paul es in ihrem Kommentar in der OVZ geschrieben hat, einfach nur peinlich.
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