Altenburg, 22.05.2018 00:46 Uhr

Regionales

Theatertipps für Altenburg

Die Schauspiel-Revue „Die große Liebe war es nicht - Die Ruth-Brandin-Story“ erlebt am Sonntag, 18. Februar,  um 18 Uhr ihre Uraufführung im Landestheater. Dramaturgin Svea Haugwitz und Schauspieldirektor Manuel Kressin haben es unternommen, das Leben der ehemaligen Schlagersängerin der DDR aufs Papier zu bringen. Ruth Brandin wird aus Berlin zur Premiere in Altenburg erwartet.

Schon am Nachmittag steht „Die Akte Brandin“ um 15:30 Uhr im Heizhaus im Mittelpunkt. Es wird zu Gespräch mit ExpertInnen des BStU Gera eingeladen. Der Eintritt hierzu ist frei!

„Sind Sie bereit, sich von uns entführen zu lassen in eine bunte Welt vergangener Zeiten? Eine Welt von Lipsi, Twist und schönen Schlagern?“, so begrüßt das Faktotum sein Publikum zur 60er-Jahre-Retro-Show. Eigentlich sollte es eine der großen „Ostalgie“-Shows werden, bei der die Schlager-Stars der DDR ihre Lieder präsentieren. Aber einer der Stars hat keine Lust dazu, „einfach nur zu singen und die Klappe zu halten“.  Denn was sich in der Regimes reichte bis in die apolitische Welt des Schlagers hinein. Das hat auch Ruth Brandin (*1940) erfahren müssen, die eine steile Karriere von der Krankenschwester zum international gefeierten Schlagerstar machte. Doch die junge, selbstbewusste Frau eckte immer wieder an, vor allem bei den Staatsorganen. Als man ihr die Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit antrug, lehnte sie ab. Wenige Wochen später erhielt Brandin ihre Kündigung und musste sich 1974 bei ihrem letzten Auftritt in Gera endgültig von der Bühne verabschieden.DDR zugetragen hat, kann man nicht nur mit schönen Melodien beschreiben. Die Kulturzensur des SED-

Deshalb widerspricht die Figur Ruth Brandin auch dem Faktotum vehement: Es war nicht alles schön, damals. Der Papagei hat den vermeintlich neutralen Überblick, vertritt er doch in Personalunion alle Spitzel und Mitarbeiter der Staatssicherheit, deren Berichte die Akte von Ruth Brandin füllen. Doch inwiefern kann man diesen Akten trauen? Und warum interessiert es die Staatssicherheit überhaupt, ob Brandin das Treppenhaus regelmäßig wischt?

So wird aus der Show eine Revue, in der das Publikum durch die Augen Ruth Brandins das Leben in der DDR von Ende der Fünfziger bis Anfang der Siebziger nachvollziehen kann. Das Publikum erlebt mit, wie  auch ein gefeierter Schallplattenstar die alltäglichen Probleme mit den DDR-Behörden zu bewältigen hat… In einem Kaleidoskop von Erinnerungen, Berichten und Liedern spürt die Revue der Biografie einer beeindruckenden Frau und dem Lebensgefühl einer vergangenen Zeit nach. Dabei erklingen unvergessene Schlager wie „Papagei-Twist“, „Nie zuvor war ein Abend so schön“ und „Mich hat noch keiner beim Twist geküsst“, die Ruth Brandin einst interpretiert hat. Svea Haugwitz und Manuel Kressin haben sich auf die Reise begeben, um gemeinsam mit Ruth Brandin deren Leben Revue passieren zu lassen. Eine junge Frau, die ohne Rücksicht auf Verluste bis heute sagt, was sie denkt, erzählt uns ihre Geschichte.

Martina Bode inszeniert das Stück in der Ausstattung von Peer Palmowski. Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera spielen unter der Leitung von Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Als Ruth Brandin erleben Sie Michaela Dazian. In weiteren Rollen:  Alexandra Sagurna (Das Faktotum), Thomas C. Zinke (Der Papagei), Marie Wolff (Die Frauen), Danijel Gavrilovic  und   Ioachim Zarculea (Die Männer).

Im Rangfoyer ist die Ausstellung „Sanfte Töne, starke Worte“, eine Leihgabe des  Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V.  zu sehen.  Sie beschäftigt sich auf zwanzig Tafeln mit Liedermachern in der DDR, die aufgrund ihrer kritischen Texte eine starke künstlerische Opposition bildeten. Anhand ausgewählter Beispiele wird durch Fotos, Dokumente und Liedtextbeispiele der musikalische Balanceakt zwischen Anpassung und Widerstand sowie die Repressionen des SED-Staates gegen kritische KünstlerInnen aufgezeigt.

 

Für Kinder ab 6 Jahren spielt Marcella von Jan am Samstag, 17. Februar, um 16 Uhr im Theater unterm Dach das Märchen „Die sieben Raben“, das das Motiv der verschwundenen Geschwister aufgreift und die Zuschauer miterleben lässt, wie durch den Mut des kleinen Mädchens wieder Glück und Heilung möglich wird in der Familie.

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