15:19 Uhr | 08.01.2026
Altenburg - Wie vermittelt man die Schrecken der Vergangenheit einer Generation, die in Frieden und Freiheit aufgewachsen ist? In Altenburg ist das auf eine Weise gelungen, die unter die Haut geht. Schülerinnen und Schüler des Christlichen Spalatin-Gymnasiums und weiterer regionaler Schulen hatten die seltene Gelegenheit, eine Frau kennenzulernen, deren bloße Anwesenheit Geschichte lebendig macht: Eva Erben.
Sie ist eine der letzten Überlebenden des Holocaust und reist trotz ihres hohen Alters aus Israel an, um jungen Menschen eine Botschaft mitzugeben, die heute aktueller denn je scheint. In der vollbesetzten Altenburger Brüderkirche erzählte sie von Auschwitz, vom Überleben und von der Kraft des Menschseins. Wir haben die Jugendlichen bei dieser emotionalen Begegnung begleitet und zeigen Ihnen, warum Eva Erben für sie nicht nur eine Zeitzeugin, sondern ein echtes Vorbild an Lebensmut ist.“
Eva Erben (geborene Löwidtová) ist eine tschechisch-israelische Schriftstellerin und eine der weltweit bekanntesten Zeitzeuginnen der Shoah.
Ihr Weg durch die Lager:
Kindheit und Deportation - Geboren wurde sie am 24. Oktober 1930 im tschechischen Děčín. Im Alter von nur elf Jahren wurde sie 1941 gemeinsam mit ihren Eltern in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Auschwitz: 1944 folgte die Verschleppung in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort begegnete sie unter anderem dem berüchtigten Lagerarzt Josef Mengele.
Wunder von Postřekov: Gegen Ende des Krieges wurde sie mit ihrer Mutter auf einen Todesmarsch geschickt, den die Mutter nicht überlebte. Eva gelang das Überleben durch einen Zufall. Sie war so erschöpft, dass sie in einem Stall einschlief und den Abmarsch der Kolonne verpasste. Eine tschechische Bauernfamilie fand das völlig entkräftete Mädchen und versteckte sie bis zur Befreiung vor der SS.
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