Unter großem Medieninteresse fand heute Mittag im Landratsamt Altenburger Land eine Pressekonferenz statt. Hier präsentierten Experten des Luftfahrt Consulting Büros Inavia aus Nordrhein-Westfalen das Ergebnis ihrer Überprüfung der Studie des Thüringer Verkehrsministeriums zum Leipzig-Altenburg Airport. Thomas Stünkel und Michael Hövel, die u.a. für British Airways, Swissair oder den Flughafen Frankfurt am Main gearbeitet haben, kommen dabei zu einem, für das Ministerium, verheerenden Ergebnis.
Neben Berechnungsfehlern wurden bestimmte Fragen zu den Zukunftsmöglichkeiten des Altenburger Flugplatzes nicht gestellt. So hätte die Studie der K & E Consult unbedingt eine mögliche Kooperation der Flughäfen Erfurt und Altenburg betrachten müssen. Auch seien beim prognostizierten Wachstum am Leipzig-Altenburg Airport, offenbar bewusst, Effekte ausgelassen worden.
Bei einer Berechnung der Effekte von Low Cost Verkehr am Flughafen Schönefeld, zum Beispiel, würden die Zahlen nicht einmal mit dem vom Flughafen selbst veröffentlichten Zahlen übereinstimmen. Die 30seitige Stellungnahme von Inavia listet nun detailliert Fehler in der Studie des Verkehrsministeriums auf, die immerhin 75.000 Euro gekostet hatte. Fehler wie sie dem renommierten Kollegen von K & E eigentliche nicht unterlaufen dürften. Hövel und Stünkel kommen daher zu dem Schluss, dass die Studie genau so bestellt worden sei.
Mit Blick auf Thüringens Verkehrsminister Christian Carius und dessen in der OVZ getätigten Äußerungen, kommentieren die Luftfahrtexperten: „Der Mann weiß nicht wovon er redet.“ Das wiederum sei tragisch für einen Verkehrsminister, denn das Consulting Büro, welches in 33 Ländern tätig ist, stellte in der Pressekonferenz auch das Konzept der Low Cost Carrier vor. Man bezweifelt, dass Billigflieger, die weltweit der am größte wachsende Markt im Luftverkehr seien, ausgerechnet in Thüringen nicht funktionieren sollen. Bei einer Lage wie Altenburg sei logisch, dass auch Sachsen und Sachsen-Anhalt von den Incoming-Passagieren profitieren. „Dresden und Leipzig sind bekannter als ganz Thüringen, aber dafür hat Sachsen auch etwas getan. Eine Vermarktung von Thüringen hat international bis heute nicht stattgefunden“ meint dazu Thomas Stünkel. 2012 könne Thüringen z.B. nur eine Stunde von den Olympischen Spielen in London entfernt sein, aber dafür müsse man etwas tun.
Das vom Verkehrsministerium vorgeschlagene Konzept des General Aviation am Leipzig-Altenburg Airport mache überhaupt keinen Sinn. Auch seien in der Landesstudie die Kosten dafür zu niedrig angesetzt. „Ein Rückbau auf General Aviation ist verrückt“ meint dazu Michael Hövel. Dieser Markt sinke im Gegensatz zu Low Cost Carrier. Von Letzterem könne man aber nur profitieren, wenn man dem Airport und der Fluggesellschaft Planungssicherheit gebe.
Altenburg, 23.05.2012 | 02:54 Uhr
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Artikel vom: 11.11.2010
Luftfahrtexperten decken Fehler auf
"Der Minister weiß gar nicht was Lowcost ist"
Quelle:
tv.altenburg










