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Artikel vom: 11.06.2010
Zuschauerpost zur Theaterfinanzierung
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor dem Hintergrund der Entscheidung des Kreistags zur Finanzierung des Theaters ab 2013 kann ich auch nach nochmaligem Nachdenken nur mein Entsetzen, meine Frustration und meine Enttäuschung zum Ausdruck bringen.
Da haben wir ein Theater, welches Höchstleistungen erbringt und mit enormer Motivation der ganzen Region ein positives Image beschert.
Da gibt es einen Intendanten, der klug und kundig argumentiert und um die Qualität dieses Hauses kämpft.
Da gibt es zahlreiche kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Region, unter ihnen die Beschäftigten dieses Theaters, die den Verlauf der Debatte um unser Haus verfolgen und voller Hoffnung gekommen waren und auf die Wirkung guter Argumente setzten.
Da gab es einen Antrag der Kreistagsfraktion der LINKEN, der gut vorbereitet und mit der Stadtfraktion sorgsam beraten und abgestimmt war. Er verlangte nicht mehr und nicht weniger, als das Wörtchen "mindestens" bei der Festlegung der kreislichen Zuschüsse ab 2013 einzufügen und das Bekenntnis zur Spiel- und Produktionsstätte ab 2013 festzuschreiben.
Und was passierte?
Selbst die besten Argumente wurden in den Wind geschlagen. Die "Regionalen" wollen sich lieber zu Tode amüsieren, der Bildungsauftrag ist ihnen zu teuer. Die "Wirtschaftsliberalen" rechnen mit enormer Wirtschaftskompetenz aus, dass pro Arbeitsplatz im Theater 53 T € ausgegeben werden. Gut, man könnte ja ohne Bühnenbild, Licht, Ton und Kostüm spielen. Der Durchschnittspreis der Eintrittskarten wird bei 12 € ausgemacht, da soll offensichtlich ordentlich draufgesattelt werden. Dass der Durchschnitt durch geringe Eintrittspreise für Kinder und Jugendliche gesenkt wird, ist eh einerlei.
Die CDU findet alles gut am Theater, es soll wohl so bleiben, wie es ist und der Intendant soll dafür sorgen, dass das mit weniger Geld geht, aber alle Angebote erhalten bleiben. Glückwunsch zu so viel "Sachverstand".
Und die SPD interpretiert mit fraktionsinterner Mehrheit den unsäglichen Antrag so um, dass er angeblich das Gleiche beinhaltet wie der Antrag der LINKEN. Zum Glück behielt der Oberbürgermeister, mit dem ich nicht immer einer Meinung bin, durch und schlussfolgerte präzise, dass mit diesem Antrag alle Handlungsoptionen der drei Gesellschafter des Theaters eingeschränkt werden. Danke für seinen Mut. Es ist nicht einfach, gegen den Strom zu schwimmen.
Und damit sind wir beim Ausgangspunkt:
Kluge Argumente und sogar der Versuch meiner Fraktion, noch einmal über die Folgen dieses Antrags nachzudenken und gegebenenfalls auch inhaltliche Weichenstellungen zu definieren, wurden per Mehrheit einfach weg gestimmt. Die anwesenden Gäste waren zum Teil fassungslos. Ich auch!
Für mich bleibt noch anzumerken:
Kommunalpolitisch stehe ich zu jeder Entscheidung, die unsere Region einschließlich meiner Heimatstadt Altenburg, Chancen eröffnet. So werde ich bis zur endgültigen Entscheidung des Landes zum Thema Fluglatz für jedes kommunale Engagement eintreten. Man darf sich nicht selbst aus der Verantwortung ziehen.
Und ganz besonders gilt das aber für unsere Kulturlandschaft, für die es eine Landesverantwortung und eine kommunale Verantwortung gibt. Der Kreistag ist gestern mit ignoranter Mehrheit seiner Verantwortung nicht nachgekommen.
Aber ich will mich weder zu Tode amüsieren, noch schwarz ärgern. Deswegen werde ich nicht aufgeben, gegen falsche Entscheidungen zu sprechen und zu stimmen.
Beste Grüße, das musste jetzt mal aufgeschrieben werden
Ihre Birgit Klaubert
vor dem Hintergrund der Entscheidung des Kreistags zur Finanzierung des Theaters ab 2013 kann ich auch nach nochmaligem Nachdenken nur mein Entsetzen, meine Frustration und meine Enttäuschung zum Ausdruck bringen.
Da haben wir ein Theater, welches Höchstleistungen erbringt und mit enormer Motivation der ganzen Region ein positives Image beschert.
Da gibt es einen Intendanten, der klug und kundig argumentiert und um die Qualität dieses Hauses kämpft.
Da gibt es zahlreiche kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Region, unter ihnen die Beschäftigten dieses Theaters, die den Verlauf der Debatte um unser Haus verfolgen und voller Hoffnung gekommen waren und auf die Wirkung guter Argumente setzten.
Da gab es einen Antrag der Kreistagsfraktion der LINKEN, der gut vorbereitet und mit der Stadtfraktion sorgsam beraten und abgestimmt war. Er verlangte nicht mehr und nicht weniger, als das Wörtchen "mindestens" bei der Festlegung der kreislichen Zuschüsse ab 2013 einzufügen und das Bekenntnis zur Spiel- und Produktionsstätte ab 2013 festzuschreiben.
Und was passierte?
Selbst die besten Argumente wurden in den Wind geschlagen. Die "Regionalen" wollen sich lieber zu Tode amüsieren, der Bildungsauftrag ist ihnen zu teuer. Die "Wirtschaftsliberalen" rechnen mit enormer Wirtschaftskompetenz aus, dass pro Arbeitsplatz im Theater 53 T € ausgegeben werden. Gut, man könnte ja ohne Bühnenbild, Licht, Ton und Kostüm spielen. Der Durchschnittspreis der Eintrittskarten wird bei 12 € ausgemacht, da soll offensichtlich ordentlich draufgesattelt werden. Dass der Durchschnitt durch geringe Eintrittspreise für Kinder und Jugendliche gesenkt wird, ist eh einerlei.
Die CDU findet alles gut am Theater, es soll wohl so bleiben, wie es ist und der Intendant soll dafür sorgen, dass das mit weniger Geld geht, aber alle Angebote erhalten bleiben. Glückwunsch zu so viel "Sachverstand".
Und die SPD interpretiert mit fraktionsinterner Mehrheit den unsäglichen Antrag so um, dass er angeblich das Gleiche beinhaltet wie der Antrag der LINKEN. Zum Glück behielt der Oberbürgermeister, mit dem ich nicht immer einer Meinung bin, durch und schlussfolgerte präzise, dass mit diesem Antrag alle Handlungsoptionen der drei Gesellschafter des Theaters eingeschränkt werden. Danke für seinen Mut. Es ist nicht einfach, gegen den Strom zu schwimmen.
Und damit sind wir beim Ausgangspunkt:
Kluge Argumente und sogar der Versuch meiner Fraktion, noch einmal über die Folgen dieses Antrags nachzudenken und gegebenenfalls auch inhaltliche Weichenstellungen zu definieren, wurden per Mehrheit einfach weg gestimmt. Die anwesenden Gäste waren zum Teil fassungslos. Ich auch!
Für mich bleibt noch anzumerken:
Kommunalpolitisch stehe ich zu jeder Entscheidung, die unsere Region einschließlich meiner Heimatstadt Altenburg, Chancen eröffnet. So werde ich bis zur endgültigen Entscheidung des Landes zum Thema Fluglatz für jedes kommunale Engagement eintreten. Man darf sich nicht selbst aus der Verantwortung ziehen.
Und ganz besonders gilt das aber für unsere Kulturlandschaft, für die es eine Landesverantwortung und eine kommunale Verantwortung gibt. Der Kreistag ist gestern mit ignoranter Mehrheit seiner Verantwortung nicht nachgekommen.
Aber ich will mich weder zu Tode amüsieren, noch schwarz ärgern. Deswegen werde ich nicht aufgeben, gegen falsche Entscheidungen zu sprechen und zu stimmen.
Beste Grüße, das musste jetzt mal aufgeschrieben werden
Ihre Birgit Klaubert
Quelle:
Birgit Klaubert
Kommentare
Wir brauchen sinnvolles Theater | 11.06.2010 11:43
In einem Internetforum gefunden gefunden: Es geht nicht um den Regisseur Oldag, der unbestrittene Qualitäten hat, es geht um sein destruktives und skandalöses Wirken als Generalintendant in dieser Stadt. Offene Kritik, die den Finger auf die Wunden legt ist unbequem aber kann sie deshalb ausbleiben ? Hofberichterstattung, die alles schön redet, ist sehr einfach und bequem. Aber solche Auswüchse wie an diesem Theater zur Zeit herrschen sind nicht mehr hinzunehmen. Dafür gibt es Kontrollgremien, die hier aber scheinbar bewußt nicht greifen. Man nimmt die Realität nicht wahr, das ist eine Tatsache. Nicht nur auf der Bühne sollte Qualität geboten werden erst recht hinter der Bühne. Scharlatane und Inkompetenz sind das Ende, dies ist bitter aber leider Realität. Dr. E. Kaminski
Andreas Wöller | 11.06.2010 11:40
Da Frau Dr. Klaubert allen anderen den Sachverstand abspricht, sollte man auch den Sachverstand der Linken hinterfragen. Als regelmäßiger Theatergänger kann ich mich nicht erinnern, je ein Mitglied dieser Fraktion in nur einer der Premieren oder Vorstellungen gesehen zu haben (Wieviel mögen wohl die Linken in Form von gekauften Tickets bei der Theaterfinanzierung beigetragen haben?). Es ist halt politisch schick, über Dinge zu reden, die man nicht kennt. Um an den Brief von Frau Dr. Klaubert anzuknüpfen: Da gibt es einen Intendanten, der sich hauptsächlich um sich und seine sehr sehr zahlreichen eigenen Inszenierungen kümmert und erst dann öffentlich auftaucht, wenn es um das Verteilen von Geld geht. Da gab es einen Antrag der Linken, der lediglich kaschiert, dass die Partei auch nicht weiß, wo über 200 T€ aus dem Landkreis herkommen soll (sonst hätte man doch diese Summe per Beschluss gefordert...oder?). Ach übrigens fordert Herr Oldag nicht nur das Wörtchen \"mindestens\", er fordert 2.200.000 Euro aus der Tasche der Steuerzahler. Ich erwarte und fordere dass CDU, FDP und SPD dies genauestens hinterfragen und nicht das Geld kritiklos ausgeben, wie die Linke dies will (und das nur weil einer behauptet, dass er es braucht). Frau Dr. Klaubert, bitte treten Sie mal aus der rosaroten Welt der Landtagsabgeordenten (Mit Dienstwagen etc.) heraus und tauchen in die reale Welt eines Theaterbesuchers und Handwerkers (ich meine mich) ein. Ich fände Ihren Kampf grundsätzlich gut, würden Sie auch dafür kämpfen würden, dass wir ein Theater besitzen würden, welches auch einmal zu einer Premiere oder Vorstellung wieder ausverkauft wäre!










