Anlässlich des 100. Jubiläums der Spitzbergen-Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg wird am Wochenende des 24.–25. September 2011 eine wissenschaftshistorische Tagung im Naturkundlichen Museum Mauritianum in Altenburg durchgeführt. Die zweitägige Tagung beginnt am Sonnabend um 14.00 Uhr.
Als das Mauritianum im Jahr 2007 eine Sonderausstellung über die Spitzbergen-Expedition von Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg gezeigt hat, wurde ihr über die Region hinaus Aufmerksamkeit geschenkt. Von damals an bis heute wurden verschiedene Kontakte geknüpft. So auch zur Wissenschaftshistorikern Dr. Cornelia Lüdecke von der Universität München. Bei einer persönlichen Begegnung mit ihr in Altenburg, entstand die Idee, das 100jährige Jubiläum der Expedition des Herzogs zum Anlass zu nehmen, um eine Tagung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft Fachausschuss Geschichte der Meteorologie sowie der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung Arbeitskreis Geschichte der Polarforschung im Mauritianum stattfinden zu lassen.
Auf der wissenschaftshistorischen Tagung werden die verschiedenen interdisziplinären Aspekte der Expeditionen nach Spitzbergen und Forschungen auf Spitzbergen bis zum Ersten Weltkrieg dargestellt. Interessierte Altenburger sind zur Tagung auch herzlich eingeladen. Ein besonderer Höhepunkt des Programms ist die Filmvorführung am Sonnabend 18 Uhr: "Verschollen vor Spitzbergen". Es handelt sich um einen Film über die gescheiterte Vorexpedition von Herbert Schröder-Stranz nach Spitzbergen im Jahr 1912-1913. Eine Einführung dazu gibt Falk Mahnke, Velden, aus Österreich. Herzog Ernst der II. von Sachsen-Altenburg war ein Förderer dieser Expedition damals. Unter www.mauritianum.de kann sich das Tagungsprogramm angeschaut werden. Eine Tagungsgebühr wird erhoben.
Vor dem Ersten Weltkrieg war Spitzbergen das Ziel zahlreicher deutscher Expeditionen, die dort einerseits die Ausrüstung und das Zusammenspiel der Expeditionsteilnehmer für größere Expeditionen getestet haben wie beispielsweise Wilhelm Filchner für seine anschließende Antarktisexpedition und Schröder-Stranz für seine geplante Nordostpassage oder wie die Deutsche Arktische Expedition mit Graf Zeppelin und dem Aerologen Hugo Hergesell zum Studium der Voraussetzungen für die Erforschung der Arktis mit Luftschiffen. Nachdem es noch zu wenig meteorologische Daten gab, wurde für künftige Luftschifffahrten 1911 in der Adventbai das bald nach Ebeltofthafen (norw. Ebeltofthamna) verlagerte Deutsche Observatorium eingerichtet, an dem bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges die meteorologischen Bedingungen der höheren Luftschichten kontinuierlich untersucht wurden. Anderseits war Spitzbergen auch das Ziel kleiner Forschungsexpeditionen, wie sie Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg unternahm. Daneben fanden für die verunglückte Schröder-Stranz-Expedition mehrere Hilfsexpeditionen statt, darunter eine von dem Leiter des Deutschen Observatorium in Ebeltofthamna Kurt Wegener als auch die später selbst verunglückte Hilfsexpedition des Frankfurters Theodor Lerner, auf der Sepp Allgeier einen Dokumentarfilm gedreht hat.










