Nachdem im letzten Jahr das bisher größte Nazi-Konzert Europas in Gera stattfand, mobilisieren Rechtsextreme in diesem Jahr bereits zum 8. Mal zum sogenannten "Rock für Deutschland" in die Ostthüringer Stadt. Zur Gegenveranstaltung aufgerufen hatte das Geraer Aktionsbündnis. Auch Frank Tempel (MdB) und Michaele Sojka (MdL) unterstützten dieses und dessen friedliche Sitzblockade auf der Heinrichsbrücke. Bodo Ramelow, Vorsitzender der Thüringer Linken war ebenfalls unter den Blockierern:
"Thüringen darf sich nicht weiter als Bühne für den Soundtrack einer menschenverachtenden Ideologie etablieren. Wenn die extreme Rechte aufmarschiert, darf es keine falsche Zurückhaltung geben. Wegschauen und Ignorieren eröffnet Neonazis nur immer größere Räume. Deshalb unterstützen LINKE gemeinsam mit vielen anderen Menschen das Geraer Aktionsbündnis, um den Neonazis und ihren Liedern den öffentlichen Raum zu nehmen."
Drei bereits ritualisierte Konzertgroßveranstaltungen mit bis zu mehreren tausend Teilnehmern und in diesem Jahr bereits 19 rechtsextreme Konzerte in Thüringen offenbarten die Gefährlichkeit rechtsextremer Jugendarbeit im scheinbar vorpolitischen Raum. Thüringen habe sich in den letzten Jahren zu einer Schwerpunktregion für Nazikonzerte entwickelt.
"Das für den Herbst angekündigte Landesprogramm muss auch eine Antwort darauf finden, welches Gegenangebot zur rechtsextremen Erlebniswelt, insbesondere im ländlichen Raum, besonders auch Jugendlichen unterbreitet wird. Bildungs- und Aufklärungsveranstaltungen haben nur dann eine nachhaltige Wirkung, wenn sie auf eine demokratische und anti-rechte Alltagskultur treffen. Die rechten Einstellungspotentiale, besonders in den eher ländlich strukturierten Regionen Thüringens, sind nach wie vor gefährlich hoch", so Ramelow.
Nach Ansicht der LINKEN-Politikern Michaele Sojka war es ein breiter und erfolgreicher Protest gegen das Nazi-Konzert in Gera, auch wenn es nicht verhindert werden konnte. Ihrer Ansicht nach standen den weniger als 1000 braunen Konzertbesuchern wesentlich mehr Menschen entgegen und demonstrierten damit: "GERA ist BUNT statt Braun!"
So wurde wiederum die demokratische Gegenkultur in Thüringen gegen den Rechtsextremismus gestärkt und – davon ist die LINKE Landtagsabgeordnete überzeugt- dies wird künftig weiter mobilisierend für Demokratie und gegen Rechtsextremismus wirken.
Foto: Martin Richter










