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Artikel vom: 24.06.2011
Kritik zum Prinzenraub 2011
Prinzenraub – das Finale, heißt es seit dem 23. Juli auf dem Schlosshof in Altenburg. Zum siebten und gleichzeitig zum letzten mal, ist hier die Geschichte um Ritter Kunz von Kauffungen, der im Jahre 1455 die Söhne seines Lehnsherrn Kurfürst Friedrich II raubt, zu sehen. Das Stück von der Autorin Katrin Lange versucht den historische Kontext der Tat darzustellen. Keine leichte Aufgabe, immerhin führt damit die Handlung nicht nur ins historische Altenburg, sondern auch nach Freiberg oder Prag.
Auch stellt sie den Raub weniger als Kidnapping dar, vielmehr hilft Kunz von Kauffungen den Prinzen Ernst und Albrecht bei der Flucht vom langweiligen Hof des Vaters. Trotzdem nutzt der Ritter beide Söhne seines Herrn, um Entschädigung für im Krieg verlorene Güter zu erpressen. Und so werden die Protagonisten zum Spielball politischer Ereignisse dieser Zeit.
Durch das Stück führt eine Gauklertruppe, die selbst in den wirren der Zeit ums Überleben kämpft. Hannes der Gaukler (gespielt von Henning Bäcker) kommt, ungewollt, in die Rolle des historischen Küchenjungen Schwalbe, der Kunz bei dem Kidnapping hilft und dies später mit dem Leben bezahlt.
Regisseur Lutz Gotter hat sich 2011 fast schon streng an den Erfolg des Stückes von 2010 gehalten. Doch gerade dies scheint die optimale Ausgangsbasis für einige der schauspielerischen Leistungen zu sein. So glänzt Vanessa Rose als Trina die Gauklerin (im Stück eine Art Moderatorin zwischen Publikum und dem Geschehen auf dem Schlosshof) durch eine ungeheure Präsenz. Sie spielt, singt und ist vor allem auf der riesigen Fläche immer in Bewegung. Eine der wirklich großen Leistungen an diesem Abend.
So mancher Fan der Festspiele dürfte mit Spannung auf den neu besetzten Kunz in diesem Jahr gewartet haben. Jörg Steinberg, einer der Stars der Festspiele in den letzten Jahren, fehlte 2011. Seine Rolle übernahm der Leipziger Thomas Dehler, der zuallererst vor allem durch sein ritterlich passendes Timbre auffällt. Aber auch sein Spiel steht dem von Jörg Steinberg in Nichts nach. Kämpfend, reitend, ins Wasser fallend, nackt oder in Rüstung führt Dehler den Zuschauer in eine Zeit, in der ritterliche Tugenden dem Taktieren der Politik weichen müssen.
In Erinnerung bleibt bei den beiden Prinzen vor allem Mechthild Scrobanita als Albrecht im Gedächtnis. Als prinzliche Großklappe nervt sie dauerhaft ihren Bruder Ernst, gespielt von Jochen Paletschek.
Bei den Nebenrollen glänzt Karin Kundt-Petters als Kurfürstin. Obwohl sie so gut wie keinen Text hat, ihr Mann gebietet ihr meist zu schweigen, erhält sie für ihren einzigen Satz im Stück Szenenapplaus. Und auch bei Peter Prautsch in den Rollen des Kanzlers Haugwitz und des Schwenz spürt man die Spielfreude.
So ist es vor allem das Ensemble, welches die große räumliche Distanz, zwischen Zuschauertribüne und Schlosshof, zu überwinden vermag. Dazwischen setzt Regisseur Gotter vor allem auf bildliche Inszenierungen und Effekte, bei denen vor allem die zahlreichen ehrenamtlichen Mitspieler das Salz in der Suppe sind. Die Szenen leben aber auch, wie der Krieg zwischen Sachsen und Thüringern, die Entführung der Prinzen oder die Suche des Volkes nach den Prinzen, vom Spiel mit Licht, Nebel und Feuer.
Während sich mit der Entführung die Spannung aufbaut, endet selbige unspektakulär comicartig in der Köhlerszene. Allerdings wirkt diese (vermutlich lustig gemeinte) Einlage eher wie ein Fremdkörper und hätte als, eigentlich die Legende, bestimmende Szene eine ernsthaftere Reflexion verdient.
Zuletzt seien auch Künstler wie das Artistenpaar Maike und Jörg Probst oder der Seiltänzer Oliver Zimmermann zu erwähnen, die den Altenburger Prinzenraubfestspielen ihren eigenen Charme verleihen.
Trotz einiger weniger Längen im Stück verspricht der Prinzenraub in seinem letzten Jahr einen mehr als unterhaltsamen Abend an historischer Kulisse. Nicht zuletzt das Rahmenprogramm stimmt den Besucher auf das Erleben von Rittern, Kämpfen, Prinzen und Gauklern ein.
Man darf schon jetzt gespannt sein, auf die Barbarossa-Festspiele in Altenburg ab dem Jahr 2013. Der Prinzenraub ist noch bis zum 10 . Juli 2011 zu erleben.
Auch stellt sie den Raub weniger als Kidnapping dar, vielmehr hilft Kunz von Kauffungen den Prinzen Ernst und Albrecht bei der Flucht vom langweiligen Hof des Vaters. Trotzdem nutzt der Ritter beide Söhne seines Herrn, um Entschädigung für im Krieg verlorene Güter zu erpressen. Und so werden die Protagonisten zum Spielball politischer Ereignisse dieser Zeit.
Durch das Stück führt eine Gauklertruppe, die selbst in den wirren der Zeit ums Überleben kämpft. Hannes der Gaukler (gespielt von Henning Bäcker) kommt, ungewollt, in die Rolle des historischen Küchenjungen Schwalbe, der Kunz bei dem Kidnapping hilft und dies später mit dem Leben bezahlt.
Regisseur Lutz Gotter hat sich 2011 fast schon streng an den Erfolg des Stückes von 2010 gehalten. Doch gerade dies scheint die optimale Ausgangsbasis für einige der schauspielerischen Leistungen zu sein. So glänzt Vanessa Rose als Trina die Gauklerin (im Stück eine Art Moderatorin zwischen Publikum und dem Geschehen auf dem Schlosshof) durch eine ungeheure Präsenz. Sie spielt, singt und ist vor allem auf der riesigen Fläche immer in Bewegung. Eine der wirklich großen Leistungen an diesem Abend.
So mancher Fan der Festspiele dürfte mit Spannung auf den neu besetzten Kunz in diesem Jahr gewartet haben. Jörg Steinberg, einer der Stars der Festspiele in den letzten Jahren, fehlte 2011. Seine Rolle übernahm der Leipziger Thomas Dehler, der zuallererst vor allem durch sein ritterlich passendes Timbre auffällt. Aber auch sein Spiel steht dem von Jörg Steinberg in Nichts nach. Kämpfend, reitend, ins Wasser fallend, nackt oder in Rüstung führt Dehler den Zuschauer in eine Zeit, in der ritterliche Tugenden dem Taktieren der Politik weichen müssen.
In Erinnerung bleibt bei den beiden Prinzen vor allem Mechthild Scrobanita als Albrecht im Gedächtnis. Als prinzliche Großklappe nervt sie dauerhaft ihren Bruder Ernst, gespielt von Jochen Paletschek.
Bei den Nebenrollen glänzt Karin Kundt-Petters als Kurfürstin. Obwohl sie so gut wie keinen Text hat, ihr Mann gebietet ihr meist zu schweigen, erhält sie für ihren einzigen Satz im Stück Szenenapplaus. Und auch bei Peter Prautsch in den Rollen des Kanzlers Haugwitz und des Schwenz spürt man die Spielfreude.
So ist es vor allem das Ensemble, welches die große räumliche Distanz, zwischen Zuschauertribüne und Schlosshof, zu überwinden vermag. Dazwischen setzt Regisseur Gotter vor allem auf bildliche Inszenierungen und Effekte, bei denen vor allem die zahlreichen ehrenamtlichen Mitspieler das Salz in der Suppe sind. Die Szenen leben aber auch, wie der Krieg zwischen Sachsen und Thüringern, die Entführung der Prinzen oder die Suche des Volkes nach den Prinzen, vom Spiel mit Licht, Nebel und Feuer.
Während sich mit der Entführung die Spannung aufbaut, endet selbige unspektakulär comicartig in der Köhlerszene. Allerdings wirkt diese (vermutlich lustig gemeinte) Einlage eher wie ein Fremdkörper und hätte als, eigentlich die Legende, bestimmende Szene eine ernsthaftere Reflexion verdient.
Zuletzt seien auch Künstler wie das Artistenpaar Maike und Jörg Probst oder der Seiltänzer Oliver Zimmermann zu erwähnen, die den Altenburger Prinzenraubfestspielen ihren eigenen Charme verleihen.
Trotz einiger weniger Längen im Stück verspricht der Prinzenraub in seinem letzten Jahr einen mehr als unterhaltsamen Abend an historischer Kulisse. Nicht zuletzt das Rahmenprogramm stimmt den Besucher auf das Erleben von Rittern, Kämpfen, Prinzen und Gauklern ein.
Man darf schon jetzt gespannt sein, auf die Barbarossa-Festspiele in Altenburg ab dem Jahr 2013. Der Prinzenraub ist noch bis zum 10 . Juli 2011 zu erleben.
Quelle:
tv.altenburg
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